Infos und Neuigkeiten zu Yoga, Meditation, Ayurveda und Spiritualität. Artikel von Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya
Dann gibt es aber noch eine zweite Art von Schatten. Dieser Art von Schatten muss man ins Auge sehen und akzeptieren können. Diese Art lebt man nicht. Als Beispiel hierfür könnte man Folgendes nehmen:
Manche Menschen haben Aggressionen. Sie haben die Fantasie jemanden anderes umzubringen. Mit dieser Fantasie werden sie trotz allen positiven Denkens bis zur Selbstverwirklichung leben müssen. In der Zwischenzeit werden sie immer wieder Phasen haben, wo diese Fantasie stärker oder schwächer ist. Ihre Aufgabe ist es mit dieser Fantasie zu leben und sie zu ertragen. Für sie besteht allerdings kein Grund danach zu handeln. Die Person selbst braucht keine Angst zu haben, dass sie plötzlich zur Mörderin wird. Mit Fantasien kann sie niemanden umbringen. Wenn die andere Person dann stirbt, ist das Zufall.
Neben Phasen der Aggression haben manche Menschen auch Phasen der Traurigkeit oder Depressionen, die bis in Selbstmordgedanken münden können. Aufgabe des spirituellen Aspiranten ist es, sich nicht damit zu identifizieren. Er muss nur erkennen, dass dies ein Teil des Unbewussten ist. Egal wie viele Therapiestunden er macht, die Phasen der Traurigkeit werden niemals ganz verschwinden. Viele westliche Menschen glauben daran, dass sie, wenn sie nur positiv Denken, den richtigen Therapeuten haben, die richtige spirituelle Praxis haben etc. niemals wieder depressiv werden könnten. Sie würden niemals in ihrem Leben mehr aggressiv sein. Dies stimmt aber erst nach der Selbstverwirklichung. Bis dahin kommen solche Gedanken immer wieder. Ein Yogi sollte sich von diesen Dingen nicht beherrschen zu lassen und kein schlechtes Gewissen deswegen haben. Er muss es lediglich akzeptieren und anschauen können und er muss es loslassen können. Es ist nur ein Teil der Psyche.
Das gleiche gilt bei dem Gefühl der Angst. Wenn man vielleicht Angst davor hat eine Erkältung zu bekommen und sie dann tatsächlich bekommt, dann sollte man sich nicht schuldig fühlen. Oder wenn man sich aus Angst davor Krebs zu bekommen vorbeugend um eine gute Ernährung bemüht, und nachher trotzdem Krebs bekommt und dann sagt, „Hätte ich doch nicht ständig daran gedacht“, so ist das nicht gut. Kein Gedanke ist so mächtig, dass er das hervorruft. Dies gilt insbesondere für destruktive Gedanken. Man kann die Gedankenkraft positiv nutzen, positive Wünsche schicken, Gebete für andere Menschen schicken, Tryambakams wiederholen und auch vorausschauend in die Zukunft blicken. Mein Reitlehrer, ich habe früher gerne geritten, hat gerne gesagt: „Man muss sein Herz voran werfen.“ Ich habe Hindernisspringen gemacht. Es gab viele Reiter, die haben ihr Herz hinter dem Pferd gelassen, und das merkt das Pferd, und dann lagen sie nachher vor dem Pferd. Man sollte also sein Herz voran werfen, z.B. indem man im Alltag sagt: „Ich freue mich auf die nächste Woche. Ich freue mich das und das anzugehen. Ich freue mich das und das zu tun.“ Das führt dann zu einer starken inneren Kraft, einer Geisteskraft die heilt. Man kann auch Licht in seine Körperteile hineinschicken oder man kann Heilaffirmationen wiederholen.
Swami Sivananda sagt immer, ein lieber voller Gedanke ist dreifach gesegnet. Der, der den Gedanken ausschickt öffnet seinen Astralkörper und wird weit, für den er geschickt worden ist, ist es eine positive Kraft, und für die Gedankenatmosphäre für den Planeten ist es etwas Gutes. Wenn man nun einen Gedanken über einen längeren Zeitraum besonders stark hat, dann wird er zu einer starken Kraft, die den Gedanken in die Realität umsetzt. Es gibt psychokinetische Phänomene, wobei Menschen, die dazu in der Lage sind, Uhren zum Stillstand und Objekte zum Schweben bringen können. Diese Menschen können Messinstrumente mit der Kraft ihrer Gedanken beeinflussen. Das ist anhand von umfangreichen Dokumentationen nachgewiesen.
Aus dem unveröffentlichtem Buch "Reinkarnation und Karma" von Sukadev Bretz
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