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Infos und Neuigkeiten zu Yoga, Meditation, Ayurveda und Spiritualität. Artikel von Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya

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Die Aspekte von Karma Teil 2

Ich möchte Euch mal eine kleine Begebenheit aus meiner Schülerzeit erzählen. Irgendwann bin ich mal zu Swami Vishnu, meinem Lehrer, gegangen, denn er hatte mich beauftragt einen Vortrag zu halten und sagte zu ihm: „Swamij, ersten weiß ich da zu wenig über das Thema. Zweitens habe ich noch zu wenig Erfahrung, und drittens weiß ich überhaupt nicht was ich sagen soll.“ Da hat er mir in die Augen geschaut und gesagt: „Du sollst ja auch nichts sagen, solange du denkst du gibst Vorträge, hast du vom Yoga noch gar nichts verstanden. Du stellst dich dort hin und dann lässt du Gott durch dich sprechen.“ Das hatte tief gesessen.

Ein spiritueller Aspirant hat so verschiedene Phasen, und oft wenn er in der naiven Phase gleich beim Meister ist, dann ändert das Verhalten sofort, das prägt die Einstellung für das ganze Leben.

Neben dem rajasigen oder tamasigen Ego kann man natürlich auch ein sattviges Ego entwickeln, das erkennt man daran, wenn man sagt: „Ja, ich öffne mich so sehr. Gott spricht immer durch mich, ich bin etwas Besonderes usw.“ Das Ego kann sich überall sich hinsetzen. Ich kann z.B. auch noch stolz darauf sein, dass ich all die Sachen so klug verkünde.  Es gibt irgendwie keine Weise, wie man das Ego so einfach verlieren kann. Irgendwann ist mir mal klar geworden, dass eine dieser drei  Egoarten mit jeder Handlung oder jedem Gedanken oder jedem Wort verbunden ist.

Weitere Beispiele, wie ein tamasiges Ego sich ausdrücken kann, sind Formulierungen wie: „Ich kann nichts, ich weiß nichts, ich bin zu dick zu dünn, ich habe keine Stimme, ich habe kein Wissen, ich habe keine Erfahrung usw.“

Das rajasige Ego formuliert in etwa so: „Ich bin besser als alle anderen, ich bin klüger als alle anderen, ich werde es denen schon zeigen.“ Und das sattvige Ego sagt: „Ich bin so demütig, keiner ist so demütig wie ich. Ich mache nur Asana und Pranayama, in der Meditation ist immer eine so schöne Wonne. Den Ashram verlassen will ich auch nicht, selbst an meinem freien Tag bleib ich immer da, und meditiere und stehe auf dem Kopf.“ Das kann ein sattviges Ego sein, muss es aber nicht!



Aus dem unveröffentlichtem Buch "Reinkarnation und Karma" von Sukadev Bretz

Informationen über Yoga und die Ausbildung zum Yoga-Lehrer erhalten Sie hier.




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