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Infos und Neuigkeiten zu Yoga, Meditation, Ayurveda und Spiritualität. Artikel von Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya

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Ein Schritt der Gelassenheit

Also, das ist vom Raja Yoga her, anerkennen, wir haben diese Fähigkeiten und diese Eigenschaften, schauen zum Ziel hin und dann aber auch anerkennen, das ist bei anderen auch so. Das ist vielleicht noch ein Schritt der Gelassenheit, dass wir das auch anerkennen, dass auch die Menschen um uns herum natürlich komplexe Gebilde sind, die auch ein ganzes Reich sind von verschiedenen Mitgliedern eines Gemeinwesens, die es auch irgendwo alle gut meinen und vielleicht auf eine Weise zum Ausdruck kommen, die nicht so gut sind. Menschen machen grässliche Dinge, Menschen machen schlimme Dinge und ich finde es heutzutage eine gute Entwicklung, dass man Menschen nicht mehr für absolut böse hält. Das war ja so die traditionelle Meinung, es gibt Gute und es gibt Böse, es gibt den Teufel und der Teufel muss natürlich bekämpft und ausradiert werden. Und natürlich, dann gibt es das Reich des Bösen und das muss man auch bekämpfen und bekriegen in der Hoffnung, es wird irgendwo gut. Aber durch Bekämpfung wird selten etwas gut. Es mag auch Ausnahmen geben und das war der zweite Weltkrieg, wo etwas abgrundtief Schlimmes nur durch Krieg, mindestens von den Nicht-Deutschen, besiegt werden konnte. Die Deutschen hätten es auch ohne Krieg loswerden können. Aber im Normalfall gilt im Umgang mit anderen, sie sind nicht das abgrundtief Gute und auch nicht das abgrundtief Böse, sondern alles, was Menschen machen, irgendwo hat es in irgendeinem Kontext einen Sinn. Aggression hatte ursprünglich mal einen Sinn. Vom Lateinischen heißt Aggression aggredere, etwas angehen. Letztlich ist der Mensch von der Steinzeit her vermutlich Jäger und Sammler und dazu gehört es irgendwo dazu und in dieser Bedrohung war es mal sinnvoll. Vielleicht ist das jetzt nicht sinnvoll, was der Mensch macht, deshalb ist er aber nicht schlecht. Vielleicht muss ich ihn davon abhalten, vielleicht auch, wenn jemand etwas Schlechtes tut oder körperlich aggressiv wird, muss man vielleicht auch mit Gewalt ihn davon abhalten, wenn es nicht anders geht. Aber selbst dann kann man irgendwo lernen, zu erkennen, dass auch dieser Mensch deshalb nicht schlecht ist. Auch der schlimmste Chef muss nicht schlecht sein und der schlimmste Steuerbeamte oder was ihr sonst vielleicht für Menschen habt. Schwieriger ist es vielleicht eben gegenüber solchen, die körperlich aggressiv geworden sind und verletzt haben. Und da ist vielleicht die Hilfe von einem ausgebildeten Therapeuten, der sich damit auskennt und der dort mehr Hilfe sagen kann, wichtig. Aber bei den anderen Dingen kann man es lernen, anzuerkennen, jeder Mensch meint irgendwo es gut und mindestens spielt in jeder Handlung von jedem Menschen auch mit, dass er entweder Liebe sucht oder Liebe geben will. Oft sehr ungeschickt, oft gerade so, dass andere das nicht als Liebe interpretieren, oft auch so, dass sie nicht dazu kommen, den Menschen Liebe zu geben, aber es ist auch wieder eine der Arbeitshypothesen, die ich für sehr hilfreich finde, zwischendurch zu überlegen, gerade Menschen, die komische Sachen machen, „Könnte das interpretiert werden, dass er irgendjemandem - vielleicht nicht unbedingt mir, aber jemand anderem - Liebe zeigen will oder um Liebe bitten will?“ Wobei Liebe dann auch Respekt und Anerkennung einschließt.

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