Infos und Neuigkeiten zu Yoga, Meditation, Ayurveda und Spiritualität. Artikel von Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya
Was manchmal Frauen falsch machen, sage ich jetzt mal von einem Männerstandpunkt aus hier. Z.B. Mann kocht, macht aber die Küche nicht übermäßig sauber. Was macht Frau? Schimpft. Was macht Mann? Hat jetzt Flucht-Kampf-Todstellreflex. Meistens ist es eher Flucht- oder Todstellreflex. Er wartet auf das Gewitter und weiß, „Lieber nicht kochen, das führt nur zu Schimpfen.“ Stattdessen, Frau ärgert sich erst mal, überlegt sich dann, „Was will ich? Ich will, dass er künftig auch weiter kocht und zweitens, dass er die Küche aufräumt. Wie kann ich das schaffen?“ Männer suchen noch mehr nach Anerkennung als Frauen, also sage ich, „Das hat richtig toll geschmeckt, war richtig gut. Und wenn du jetzt auch noch die Küche aufräumst, dann wäre das richtig toll.“ Und danach noch mal loben, selbst wenn es nicht richtig aufgeräumt ist. Schon die Hälfte aufgeräumt, wenn es erstmalig war oder fünfmalig, eben sagen, „Ja, das ist toll, richtig gut. Du, wenn ich so sehe, wie hier das glänzt.“ Vielleicht sucht man irgendeinen Teil, der glänzt. Ihr könnt noch weiter denken, überlegen, aber eben auch hier, manchmal im Arbeitsplatz gehen Menschen geschickt um, aber dann in der Beziehung… Wenn es eine Beziehung ist, wo spontane Emotionen von beiden Partnern o.k. sind und diese Art der Beziehung eben der Pfeffer dort ist, dann wäre es falsch, wenn ihr dort zu gelassen werdet, dann würdet ihr vielleicht sogar eure Beziehung riskieren. Dann wäre die Gelassenheit, dass das der Spielraum ist, von frei sich ausdrückenden Emotionen. Aber in Deutschland und ich glaube auch, in den meisten anderen Ländern, ist auch das nicht so und da gilt der Respekt vor dem Partner und dann ist einem zum einen die Beziehung wichtig und zum anderen vielleicht auch wichtig, dass die eigenen Wünsche und Bedürfnisse berücksichtigt werden und dann kann man schauen, wie man das vielleicht geschickt macht. Und wenn dann mal aus heiterem Himmel einmal ein Donnerwetter kommt, dann wirkt das manchmal besonders stark. Und im Zweifelsfall, wenn man mal aus der Rolle gefallen ist und man bedauert es nachher, was sollte man dann tun? Sich entschuldigen. Bei mir würde es nicht wirken, meine Frau würde andere Weisen wissen. Aber nicht nur das Geschenk, sondern wirklich sich entschuldigen. „Du, es tut mir leid.“ oder „Sie, es tut mir leid.“, je nachdem, in welchem Kontext, „Ich bin dort vorher aus der Rolle gefallen, das war nicht richtig, es war nicht angemessen, es tut mir leid und ich möchte Sie bitten oder dich bitten...“ Und dann, glücklicherweise haben Menschen die schöne Eigenschaft, normalerweise Entschuldigungen anzunehmen. Es sei denn, es ist das fünfte Mal, dass man das Gleiche macht, dann wird es manchmal schwieriger. Vielleicht in der persönlichen Beziehung nicht, dort irgendwo wissen dann Partner, wie die Choreographie ist und das gehört dann auch zu der Sicherheit der Beziehung dazu, das passiert, das passiert, das, und es endet mit der Entschuldigung und dann ist alles wieder in Ordnung. Aber im Berufsleben und meistens auch in der Partnerschaft sollte man die gleiche Sache nicht immer wieder machen.