Infos und Neuigkeiten zu Yoga, Meditation, Ayurveda und Spiritualität. Artikel von Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya
Also, irgendwo Mitgefühl, Einfühlungsvermögen usw. kommt auch. Und dann, Ziel ist, dass ich dort hingehe. Also kann man überlegen, „Wie kann ich das jetzt machen?“ Aber man hat dann auch noch ein zweites Ziel, nämlich seinen Arbeitsplatz zu behalten. Vielleicht noch ein drittes Ziel, vielleicht sogar irgendwann eine Lohnerhöhung oder einen Aufstieg zu bekommen. Und dann wird man feststellen, es gibt dann auch irgendwo so einen Zielkonflikt und dann muss man schauen, wie geht man da jetzt geschickt vor. Vielleicht wird man dann noch mal überlegen, wird vielleicht noch mal fragen. Das hängt natürlich von der Art des Chefs ab, es scheint dort einige zu geben, mit denen kann man nicht reden und dann weiß man nicht, was man macht. Aber die Mehrheit wird auch irgendwo dann sagen, „Ja, ich möchte es Ihnen noch mal sagen, es ist mir irgendwo wichtig. Sie werden Ihre Gründe haben, warum Sie das nicht wollen, aber vielleicht gibt es ja auch eine Lösung.“ Manchmal hilft es dann, so zu fragen, „Was müsste denn passieren, damit Sie mir zwei Stunden früher freigeben?“ oder „Was könnte ich tun, dass das für Sie o.k. wäre, dass ich am Freitag zwei Stunden früher gehen könnte?“ Und dann, anstatt dass der Chef in Ja-Nein-Kategorien denkt, kann man ihn dann vielleicht dort hin bringen, das nennt sich dann lösungsorientiert, dass er überlegt, „Was könnte denn dort passieren?“ Manchmal, wenn man solche Chefs hat, hilft es, so zu schauen, „Wie ticken die? Wie kann man damit umgehen?“, da macht man auch mal Fehler, tritt in Fettnäpfchen, da hat man was gelernt und beim nächsten Mal probiert man es irgendwie anders. Was dort nicht geeignet wäre, ist zu schimpfen, „Ich war doch schon mal vor zwei Wochen und habe doch schon Überstunden, jetzt geht es wieder nicht. Wenn Sie es mir verweigern, gehe ich zum Betriebsrat und außerdem, wissen Sie, mir stinkt dieser Arbeitsplatz schon lange.“ Ist nicht geschickt. Es hängt davon ab, welches Ziel man hat. Wenn man das Ziel hat, jetzt noch vor das Arbeitsgericht ziehen zu können und eine gute Abfindung zu bekommen und den Chef zu einer Kurzschlussreaktion zu verleiten, dann könnte das sogar geschickt sein. Aber ob das ethisch ist, ist eine andere Sache. Würde ich jetzt eigentlich nicht empfehlen, nicht, dass ihr mich falsch versteht. Aber welche Ziele man hat, ist durchaus eine wichtige Kategorie dort. Und das ist dann so die feste Überzeugung, alles, was in uns drin ist, hatte irgendwo auch seinen Sinn und es gilt, diese verschiedenen Fähigkeiten und Möglichkeiten zu würdigen, sie anzuerkennen, aber auch natürlich zu wissen, vielleicht sind sie in dieser Situation nicht das einzig Angebrachte. Ich glaube, ihr versteht diesen Schritt. Im Grunde genommen ist das ganz Entscheidende, man geht mit der Identifikation etwas raus. Man nimmt den anderen Standpunkt ein, schaut, was gibt es sonst da, überlegt sich dann noch mal das Ziel. Man kann noch mal einen Zwischenschritt machen, „O.k., jetzt habt ihr eure Meinung gesagt. Welche Ziele habe ich jetzt bei der ganzen Geschichte? Welche vielleicht sogar Konfliktziele gibt es dort auch zu beachten?“ Bei manchen ist es ja auch nicht im Arbeitsplatz, bei manchen ist es vielleicht irgendwo im familiären Bereich, vielleicht ein Partner, der vielleicht nicht genügend sich an der Hausarbeit beteiligt und man hat was ausgemacht und jetzt hat er immer noch nicht gestaubsaugt. Jetzt wäre die Frage, wie geht man da jetzt auch geschickt vor? Ihn einfach nur zu schimpfen, hilft manchmal nicht.