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Infos und Neuigkeiten zu Yoga, Meditation, Ayurveda und Spiritualität. Artikel von Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya

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Kripa, Gnade

Der letzte Ausdruck, Kripa, Gnade. Der drückt letztlich aus, soll letztlich eine Demutshaltung ausdrücken, alles haben wir nicht in unserer Hand. Wir können uns jetzt nicht die Erfahrung der Einheit erüben. Also, ich könnte euch jetzt nicht, wenn ihr mich jetzt fragen würdet, „Wie viel Stunden muss ich meditieren, um ganz sicher - wer sich auskennt - Nirvikalpa Samadhi oder Nirwana zu erreichen? Wie viel Stunden am Tag, wie viel Jahre, oder - von mir aus auch - wie viel Leben, um die höchste Wirklichkeit zu erfahren?“ Würde man doch gerne wissen wollen, oder? Wenn uns jemand die Garantie geben könnte, es würde dann und dann passieren, dann würde man das doch sofort mit allem Enthusiasmus machen. So ist es aber nicht. Auch diese vorige Übung. Manche von euch werden in diesen kurzen drei, vier Minuten vielleicht durchaus schöne Erfahrungen gemacht haben und vielleicht war auch jemand und hat gemeint, „Was soll das?“ oder er hat vielleicht gedacht, „Das habe ich schon mal gemacht, jetzt hoffe ich, dass es auch so ist.“ und es war jetzt nicht so schön. Oder manche hatten jetzt eine besonders schöne Erfahrung und morgen setzt ihr das gleich um und statt morgens aus dem Fenster diese große Herzensöffnung zu haben, fühlt ihr euch vielleicht nur banalerweise müde und denkt trotzdem an etwas anderes. Also, das Kripa steht dafür, wir können es uns nicht alles erzwingen, erüben, erarbeiten und auch mit dem Karma, wir erkennen es auch nicht immer, was es bedeuten soll. Deshalb bleibt diese Demut und dann kann es plötzlich geschehen und es kann besonders tief sein. So wie manche von euch wissen, manche Yogastunden, dort geht man raus wie auf Wolken und dann hat man diese Erfahrung von Einheit. Da kommt man vielleicht vorher frustriert oder irgendwo müde, geschafft oder sonst etwas in die Yogastunde und anschließend wie auf Wolken. Und ein anderes Mal ist es nicht genauso. Das ist also dieses Element von Kripa, was dort dabei ist. Das sind also einige, mehr vom Weltanschaulichen her, Tipps, die ich euch empfehle, es auszuprobieren. Eben das eine ist Brahman, im Sinne von höherer Wirklichkeit. Diese öfters mal mit der ein oder anderen Übung zu schauen, zu erfahren und öfters irgendwo davon auszugehen, „Ja, es gibt es.“ Maya und Dukha. Maya, zum einen bewusst zu sein, dass wir das jetzt momentan nicht so als Einheit und höhere Wirklichkeit sehen, das liegt eben daran, dass wir irgendwo jetzt in einer Täuschung dort gefangen sind. Aber es heißt auch etwas anderes, eben eine gewisse heitere Gelassenheit, zu wissen, dass wir ein Weltbild haben, unsere Mitmenschen haben ihre Weltbilder und das hat so auch seine Faszination und nicht zu sehr glauben, „Ich allein weiß, was richtig ist und ich allein weiß, was zu machen ist und wehe, andere machen es nicht.“ Das sind dann oft auch Konflikte, die man mit Kindern oder Eltern hat, wenn man eben denkt, „So hat es zu sein.“ Dukha, letztlich das akzeptieren, solange wir in Maya sind, gibt es Leiden, gehört irgendwo dazu. Wenn wir es hiermit verbinden, auch von Leiden lernen wir, wir wachsen daran und wir erwarten nicht, dass die Welt so beschaffen ist, dass alles nur schön ist. Das gehört irgendwo dazu. Moksha, es gibt diese Einheitserfahrungen, kleinere, und wer auf dem spirituellen Weg ist, kann irgendwo auch Hoffnung daraus schöpfen, dass er sagt, „Irgendwann werde ich die Selbstverwirklichung erreichen.“ Dann kann man auch überlegen, „Wie wäre es, wenn ich diese höchste Verwirklichung hätte?“ Manche, die vielleicht mehr eine traditionell christliche Vorstellung haben, „Irgendwann bin ich im Paradies.“ Ich kannte auch, eine meiner Tanten war dieser Ansicht. Sie hat irgendwo gesagt, „Ja, Jesus ist für uns gestorben, ich glaube daran, ich lande irgendwann im Himmel.“ Und von dieser Einstellung aus hat sie alles im Leben ertragen. Irgendwo kam diese Vorstellung, es ist da und sie war auch eine, die dort irgendwo auch freundschaftlich daraus umgegangen ist. Also, aus dieser Gewissheit irgendwo, sie wird im Himmel landen, nicht deshalb, weil sie so gut ist, sondern deshalb, weil Jesus für sie gestorben ist und sie glaubt daran und er hat versprochen, dass man erlöst ist, daraus hat sie diese Gewissheit gehabt, aus dieser Gewissheit heraus kam irgendwo so eine freundliche Nächstenliebe. Wir können aber einiges dafür tun.

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