Infos und Neuigkeiten zu Yoga, Meditation, Ayurveda und Spiritualität. Artikel von Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya
Angenommen, man hat mal vorübergehend seinen idealen Beruf gefunden, dann muss man damit rechnen, dass der irgendwann auch wieder aufhört. Und dann hat man den idealen Chef gefunden, dann wird der vielleicht auch irgendwann entweder versetzt, pensioniert, steigt auf oder wie auch immer. Oder die eigene Einstellung ändert sich. Genauso auch mit vielem anderen, was ich jetzt nicht so detailliert behandeln will. Also, die Erkenntnis, dass äußere Sachen einem nur vorübergehendes Glück geben, die ist auch wiederum eine wichtige, auch für die Gelassenheit. Was nicht heißt, dass alles Leben Leiden ist, in dem Sinne, dass wir nur leiden. Wie gesagt, der Dalai Lama ist das Gegenteil von einem Leidenden. Und auch der Swami Vishnu, der Meister, bei dem ich selbst gelernt habe, die Bilder, die man vom ihm sieht, da lacht er immer und da kann ich sagen, wo ich ja viele Jahre mit ihm verbracht habe, so war er auch. Dennoch hat er uns öfters gesagt, „Be aware of suffering.“ und dann hat er uns aber auch gesagt, „Weil ihr wisst, dass die Welt Leiden ist, könnt ihr glücklich sein.“ Ich weiß nicht, ob ihr diesen Umweg irgendwo nachvollziehen könnt. Es gibt auch so eine andere Aussage. Es gibt ja so eine Schrift, die nennt sich die Bhagavatam und das ist so eine Lehrrede von Krishna, dem Lehrer, zu einem seiner Schüler. Und dann sagt er, dauerhaftes Glück in äußeren Dingen zu erwarten, wäre so, wie wenn man in ein Kleidergeschäft geht und dort erwartet, dass man dort Milch und Getreide kauft. Und dann über die Leute schimpft, die jetzt ihre - damals war nicht so wie jetzt C&A, sondern es waren halt die Schneider, die auf den Markt ihre Sachen verkaufen - dann mit denen schimpfen, warum sie Kleider verkaufen und keinen Reis. Diese Welt ist eben nicht so, dass das Äußere einen dauerhaft zufrieden stellt. Umso glücklicher können wir über vorübergehendes Glück sein, ohne zu erwarten, dass es dauert. Das ist schön, dann, wenn es da ist. Auf Moksha bin ich schon eingegangen, im Sinne von eben, Brahman ist nicht nur ein philosophisches, theoretisches Konzept. Das finden wir ja durchaus auch in der westlichen Philosophie. Wenn dort auch gesprochen wird, manche Philosophen sprechen von dem Umgreifenden oder es wird von der höheren Wahrheit gesprochen. Oder sogar in der modernen Physik wird manchmal gesagt, das ganze Universum besteht aus bestimmten Kräften und im subatomaren Bereich sind bestimmte Grundkräfte dort da und da müssen irgendwo alle diese Grundkräfte auf eine Kraft zurückzuführen sein.