Infos und Neuigkeiten zu Yoga, Meditation, Ayurveda und Spiritualität. Artikel von Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya
Das ist erstmal so die Grundaussage, es gibt eine höhere Wirklichkeit. Und es geht sogar noch weiter, und diese höhere Wirklichkeit drückt sich in allem aus. Und daraus kommt auch sofort die ein oder andere Übung. Wenn ich dort vorgreifen will, sie drückt sich nicht nur aus, sondern sie ist auch erfahrbar. Und das ist auch etwas, was ich empfehle, im Alltag öfters zu machen, höhere Wirklichkeit erfahren. Jetzt, wie macht man das z.B.? Ganz banal, man guckt aus dem Fenster und schaut sich die Bäume an. Und wenn man das einfach auf sich wirken lässt, dann spüren wir intuitiv, „Ja, da gibt es eine höhere Wirklichkeit.“ Oder man muss gar nicht so weit gehen. Ein Blatt, man könnte sich sogar das Gesicht anschauen des Menschen vor einem. Vielleicht besonders leicht, wenn es ein geliebter Mensch ist. Und irgendwo merkt man, dann entsteht Liebe und dann weiß man, Liebe ist irgendwo Ausdruck auch dieser höheren Wirklichkeit. Oder, ich weiß nicht, ob hier vielleicht ein Computerfachmann ist, wie das alles funktioniert, ist auch irgendwo ein Wunder. Man kann es zwar rational erklären, aber dass Menschen sich irgendwo so was einfallen lassen, irgendwo könnte man sagen, die Intelligenz, die das alles ermöglicht, ist auch Ausdruck einer höheren Wirklichkeit. Das ist also diese Behauptung, es gibt eine höhere Wirklichkeit und letztlich, wenn ich schon vorgreife hier, und die höhere Wirklichkeit ist auch erfahrbar. Und dann kommen wir zum zweiten Ausdruck und der zweite Ausdruck heißt „Maya“. Und Maya, das ist übrigens interessant, den Ausdruck „Maya“ findet man in so vielen Kulturen. Ihr kennt den Ausdruck „die Biene Maya“. Es gibt die Kultur der Mayas, letztlich Maria wird ja in manchen auch als Mariam und Miriam ausgedrückt. Letztlich kommt es aus „ma“ heraus. Es ist ein vielschichtiger Begriff in verschiedener Richtung, aber jetzt in diesem Kontext, heißt Maya letztlich Täuschung, Illusion. Und was das heißt, diese Erkenntnis ist für mich eine große Quelle von Gelassenheit. Nämlich die Erkenntnis, dass so, wie wir jetzt die Welt sehen, dass das irrtumsbehaftet ist. Und wenn es heißt, hinter der ganzen Welt ist eine höhere Wirklichkeit, aber wir erleben die ja nicht immer, nehme ich mal an. Es gibt, manchmal fühlen wir uns getrennt, wir fühlen uns einsam, man ärgert sich über dieses, man ärgert sich über jenes und dann kann man sagen, „Ja, dass das da ist, beruht letztlich auf einer Täuschung, einer Illusion. In Wahrheit ist alles irgendwo Ausdruck des gleichen höchsten Prinzips.“