Infos und Neuigkeiten zu Yoga, Meditation, Ayurveda und Spiritualität. Artikel von Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya
Also, einiges habe ich mit euch vor und ich fange gleich mit dem Jnana-Yoga-Weg an. Eigentlich der, wo man oft sagt, der ist der schwierigste, ich stelle ihn für euch an den Anfang. Ich mache es aber so, dass dieser Aspekt des Jnana Yoga etwas ist, was vielleicht von einer Grundweltanschauung her helfen kann, mit Dingen leichter umzugehen. Und da gibt es ja verschiedene Weisen, was man dort sagen kann. Ich will das Jnana-Yoga-System – ich werde nachher weniger Sanskrit-Worte benutzen, wer jetzt Angst bekommt, dass da jetzt ihr zwischendurch noch eine fremde Sprache hier lernt - an sieben Worten will ich die Grundphilosophie des Jnana Yoga sagen. Und ich meine, wenn man diese Grundphilosophie sich irgendwo andeutungsweise vergegenwärtigt, hilft sie uns zu durchaus sehr viel Gelassenheit. Ich habe einige Menschen kennen gelernt, für die der Jnana-Yoga-Weg, der Yoga des Wissens, ein sehr wichtiger war. Da geht es eigentlich um Fragen: Wer bin ich? Woher komme ich? Was ist die Welt? Was ist das Leben? Wozu das Ganze? Usw. Und das ist ein sehr tiefer Weg. Ich will ihn jetzt sehr stark vereinfachen, weil diese Vereinfachungen vielleicht jetzt für unsere Zwecke am besten sind. Und der erste Ausdruck hier nennt sich „Brahman“ und ich übersetze es gleich als „höhere Wirklichkeit“. Der zweite Ausdruck ist „Maya“ und Maya kann man übersetzen als Täuschung. Und dann gibt es den Ausdruck „Dukha“ und Dukha heißt Leiden. Kein schönes Wort. Aber dann gibt es den Ausdruck „Moksha“ und den kann man übersetzen, sei es als „Befreiung“ oder man kann sagen „Einheitserfahrung“. Dann gibt es den Ausdruck „Abhyasa – Übung“. Dann gibt es den Ausdruck „Karma“, im Sinne jetzt hier als Schicksal. Die Deutschen treffen es nie so ganz, da werde ich gleich darauf zurückkommen. Und letztlich der Ausdruck „Kripa“ – auch schwierig zu übersetzen – wird meistens übersetzt als „Gnade“, wobei man dort vorsichtig sein muss, das ist jetzt nicht ganz der christliche Gnadenbegriff. Fangen wir an mit Brahman. Und die große Aussage im Jnana Yoga ist, es gibt hinter allem eine höhere Wirklichkeit, und es ganz einfach zu sagen. Die Welt ist nicht einfach nur irgendwie zufällig entstanden und keiner weiß, wie, und sie besteht nicht nur aus Elektronen, Neutronen und Protonen, sondern die ganze Welt ist irgendwo Ausdruck einer höheren Wirklichkeit. Und diese höhere Wirklichkeit kann man jetzt verschiedentlich benennen. Man kann sie nennen Gott, man kann sie nennen Bewusstsein, man kann sie nennen kosmische Energie, Intelligenz oder eben Brahman, was so etwas heißt, wie höhere Wirklichkeit.