Infos und Neuigkeiten zu Yoga, Meditation, Ayurveda und Spiritualität. Artikel von Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya
Die Lebensstadien von Geburt, Wachstum, Veränderung, Alter, Tod, Bhur Loka, Bhuvar Loka, Bhur Loka, Mutterleib, Geburt etc. gelten für die Mehrheit der Menschen.
Große Meister und Meisterinnen haben Zugang zu höheren Ebenen, die man im 3-Ebenen-Modell als Swar Loka bezeichnet.
Nur der erreicht Swar Loka, der schon im physischen Leben Samadhi, das Überbewusstsein erreicht hat. Samadhi ist ein Zustand des Geistes, jenseits von Zeit und Raum, jenseits von Ego und Ich-Gefühl, jenseits von Gedanken.
Es gibt zwei Samadhistufen, Sarvikalpa und Nirvikalpa. Sarvikalpa ist Samadhi mit Dualität, Nirvikalpasamadhi ist Samadhi ohne Dualität. Die Yogis haben Hunderte von Ausdrücken für Samadhi. Ich habe mal jemanden gehört wie jemand einen Meister gefragt hat, warum die Yogis so viele Ausdrücke für Samadhi kennen. Dieser antwortete darauf: „Ein Mensch der etwas besonders liebt, hat dafür viele Namen.“ Nirvikalpasamadhi, ist eine andere Bezeichnung für Asanprashnatatsamadhi. Sarvikalpasamadhi ist eine andere Bezeichnung für Samprashnatatsamadhi, was Samadhi mit Dualität bedeutet. Auf der Ebene von Sarvikalpasamadhi bzw. Sampratshnatasamadhi ist unser Gemütszustand sehr erhaben, sehr weit. Man kann z.B. mit der Vorstellung von Gott verschmelzen. Man kann spüren, dass man eins mit Gott ist. Aber es gibt noch das Ich, das sagen kann ich bin eins mit Gott. Wir können uns im Mantrabewusstsein befinden, aber es gibt noch eine Begrenzung. Ich nehme die Einheit nicht durch Wort war. Sarvikalpasamadhi ist jenseits von Worten, aber es gibt noch den Dualismus von einer konkreten Erfahrung der Unendlichen Erfahrung, schwer in Worte zu fassen. Wenn man schon im physischen Leben Samadhi erreicht hat, kann man bis zu Swar Loka aufsteigen. Wie die Erfahrung in Swah Loka ist, das ist äußerst schwer zu beschreiben. Es ist nämlich nicht in Zeit, es ist nicht im Raum, es ist nicht im individuellen Körper, es ist ein Zustand transzendentaler Wonne, wo man sich Gott nahe oder mit Gott eins fühlt, aber noch nicht vollkommen verschmolzen ist. Das wird auch in manchen Religionen als der Himmelszustand bezeichnet. Man ist Gott nahe. Man ist nicht eins mit Gott, sondern man ist Gott.
Bei einem Meister, der bereits Sarvikalpa Samadhi erreicht hat, geschieht der Todesprozess dann so:
Meister wissen fast immer, dass sie sterben sollen. Swami Sivananda hatte Monate vorher den 14. Juli, seinen Todestag, auf einem Kalender rot angekreuzt. Swami Vishnu-devananda ist nach Indien geflogen, um dort seinen Körper aufzugeben. Nach dem Tod geht auch der Meister in Bhur Loka ein. Er kann die Tage nach dem Tod seinen Schülern erscheinen. Dass ein Meister seinen Schülern erscheint, ist relativ weit verbreitetes Phänomen in Indien. So kenne ich mindestens eine Handvoll von Schülern von Swami Sivananda, die gesagt haben, dass sie Swami Sivananda nach dem Tod gesehen haben und zwar genauso klar gesehen haben, wie andere, die da im physischen Körper waren. Ramakrishna ist dem Vivekananda erschienen. Paramahamsa Jogananda ist einigen seiner Schüler erschienen, sogar bevor sie informiert wurden, dass er gestorben ist. Wenn der eigene Meister gestorben ist, ist es gut, die nächsten Tage viel zu meditieren, um sich zu öffnen für den Segen des Meisters. Es kann sein, dass der Meister einem noch mal helfen will richtig intensiv auf dem Weg voranzuschreiten.
Nach Bhur Loka geht der Meister in Bhuvar Loka. Vielleicht hilft er dort einigen seiner vorher verstorbenen Schüler. Dann gibt er auch den Astralkörper auf und geht in Swar Loka.
Nachdem er einige Zeit in Swar Loka gewesen ist, hat er verschiedene Möglichkeiten.
Er kann weitergehen bis zur Befreiung. Das nennt sich dann Videha mukthi. Mukti heißt Befreiung, Videha heißt ohne Körper. Der Meister verschmilzt dann mit Brahman.
Er kann sich aber auch wieder inkarnieren, um der Menschheit zu dienen und die letzten Schritte bis zur Befreiung gehen.
Er kann sich auch als bestimmtes Engelswesen, ein so genannter Deva inkarnieren oder manifestieren. Dort kann er übergeordnete Funktionen übernehmen und ein Engel für die nächste Zeit sein. Aber als Engelswesen muss er sich wieder in einen physischen Körper inkarnieren, um so auch noch die letzten Schritte zu gehen. Deshalb heißt es auch immer wieder, dass der menschliche Körper das wertvollste Gut ist, denn nur im menschlichen Körper kann man zur Verwirklichung kommen. Die Engelswesen beneiden den Menschen für ihren menschlichen Körper. Auf anderen Planeten mag es Menschen mit ähnlichen Körpern geben.