Infos und Neuigkeiten zu Yoga, Meditation, Ayurveda und Spiritualität. Artikel von Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya
Die meisten Menschen, die sterben, denken an ihre verstorbenen Verwandten. So ziehen sich die Verwandten gegenseitig an und treffen sich dann wieder in Bhuva Loka. Die früheren Verstorbenen weisen einen dann auch ein bisschen ein, wie man seine Gedankenkraft benutzen kann.
Jetzt braucht ihr keine Angst zu haben, wenn ihr sowieso schon sagt, ich habe keine Lust auf meine Geschwister und meine Mutter, jetzt muss ich das später auch noch weiter machen. Der Mehrheit auch der spirituellen Aspiranten ist vermutlich die Familie auch sehr wichtig. Aber es gibt spirituelle Aspiranten, denen vielleicht die physische Familie nicht ganz so wichtig ist. Dann sollten sie nicht an die physische Familie denken, dann treffen sie diese auch nicht wieder. Wer jedoch denkt: „Hoffentlich treffe ich den und den nicht“, trifft ihn direkt, denn er hat ja an ihn gedacht.
Bhuva Loka hat verschiedene Unter-Ebenen. Die Ebene, wo man seine Vorfahren trifft, wird als Pitri Loka bezeichnet.
Eine zweite Ebene wird als Sadhana Loka bezeichnet. Angenommen euch ist Meditation sehr wichtig und spirituelles Leben, Singen, Mantra, Gebete an Gott. Dann könnt ihr in die Bhuva Loka gehen und dort weiter meditieren und mit Menschen zusammen sein, die auch meditieren Es ist dann als eine recht wonnevolle Zeit dort. Man kann dort nämlich viel leichter meditieren. Nur heißt es, dass auf dieser Ebene nur wenig echter Fortschritt möglich ist. Für den Durchschnittsaspiranten ist es einfach eine schöne Zeit aber keine, wo man sehr viele Fortschritte macht. Wenn alles sehr leicht fällt, sind auch die Fortschritte sehr gering. Wie beim Fahrradfahren, wenn man bergab fährt, das ist zwar sehr schön, aber die Muskelkraft wird dabei nicht entwickelt.
Für manche Menschen gibt es auch das so genannte Paradies, den Himmel dort. Paradies ist der Ort, an den religiöse Menschen kommen, die ein gutes Leben geführt haben, wo sie meinen die religiösen Bestimmungen im Wesentlichen erfüllt zu haben. Nach dem Tod gehen sie in ein Paradies ein, dass so aussieht, wie sie es sich vorgestellt haben. Sie erwarten das so ein bisschen. Das Paradies wird jetzt kommen, es wird so und so aussehen. Daher werden sie angezogen von dem Ort, der schon von anderen geschaffen wurde. Sie müssen es sich nicht selbst dort schaffen. Sondern es gibt dann ein Paradies, wie manche Christen sich das vorstellen mit Engeln und Harfen. Moslems stellen sich das wie ewigen Frühling mit schönen Jungfrauen etc. vor. Die Inder haben auch Vorstellungen von einem Himmel, allerdings nicht von einem ewigen Himmel, sondern von einem vorübergehenden Himmel mit Indra auf einem Elefanten, mit Apsaras und Gandharvas, Sänger und Tänzer und so weiter.
Dann gibt es auch noch eine andere Unterebene von Bhuva Loka: das ist die Hölle. Die Hölle ist jetzt nicht notwendigerweise so, dass dort ein großer Ofen etc. ist. Vielmehr heißt es, dass Menschen, die sehr gewalttätig waren und die sehr viel an Gewalt gedacht haben sich gegenseitig anziehen. Diese Gedanken hören auch nach dem Tod nicht auf. Die Menschen die dann dort zusammentreffen bereiten sich gegenseitig die Hölle. Es gibt da eine lustige Geschichte: Es gab mal jemanden, der als er gestorben war an die Himmelstür ging und sagte: „Ja, wo Gott soll ich hingehen?“, worauf Petrus antwortete: „Nun, in deinem Leben gibt es so zur Hälfte gute Taten, zur Hälfte schlechte Taten. Du kannst dir es also aussuchen. Du darfst entweder in den Himmel oder in die Hölle.“ Der Tote ist zuerst zur Hölle gegangen. Dort sah er Menschen, die da gerade an einem Bankett saßen, und dachte das ist ganz schön. Aber sie hatten riesenlange Arme. Der Unterarm war extrem lang, der Oberarm kurz. Der Unterarm war sogar so lang, dass sie noch nicht einmal das Essen zu ihrem eigenen Mund führen konnten. Es gab die besten Speisen, aber sie bekamen sie nicht in ihren eigenen Mund. Daraufhin haben sie versucht das Essen in die Luft zuwerfen und mit dem Mund aufzufangen. Aber auch das ging meistens schief. Sie litten große Qualen. Gut, dachte der Mensch sich, das ist nicht so interessant. Deshalb ging er in den Himmel. Dort sah er, wie auch wieder Leute mit langen Unterarmen um den großen Tisch saßen. Wo es auch wieder das gleiche Essen gab, mit nur einem kleinen Unterschied. Diese Menschen reichten sich gegenseitig das Essen. Deshalb war es der Himmel.
Diese Geschichte ist jetzt im übertragenen Sinne zu verstehen. Sie ist kein Bericht von einem Menschen, der in höhere Bewusstseinszustände gekommen ist.
Die Seelen ziehen sich also gegenseitig von einer Gedankenwelt, wo andere Menschen auch so gewaltsame Gedanken und brutale Gedanken haben, an. Sie treffen sich also und erfahren die gewalttätigen Fantasien und Gedanken von allen. Auch hier bleiben sie nicht dauerhaft. Die Zeit ist irgendwann erschöpft. Wenn das Karma dort erschöpft ist, inkarnieren sie sich wieder.
Aus dem unveröffentlichtem Buch "Reinkarnation und Karma" von Sukadev Bretz
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