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Infos und Neuigkeiten zu Yoga, Meditation, Ayurveda und Spiritualität. Artikel von Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya

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Bhur Loka Teil 2

Was weniger geeignet ist, ist dass man um die Toten trauert. Gerade Menschen, die sich vorher nicht mit Tod beschäftigt haben und einen plötzlichen Tod hatten, werden von den trauernden Angehörigen dazu gebracht, zu versuchen, mit ihnen Kontakt aufzunehmen. Die Seele des Verstorbenen versucht dann, die Hinterbliebenen irgendwie zu trösten und gibt da viel Energie für aus. Dann verpasst sie vielleicht den geeigneten Moment in die höheren Ebenen aufzusteigen und bleibt dann länger auf Bhur Loka verhaftet. Es ist kein dauerhafter Schaden, aber eben eine Verzögerung der weiteren Reise. Viele Menschen, die ein bisschen sensibel sind können spüren, dass sie die Tage nach dem physischen Tod tatsächlich die Seele sehr nahe spüren, manche sehen sie sogar noch. 

In manchen Fällen ist es so, dass man nicht allein mit dem Verstorbenen sein kann. Man sollte da durchaus die Wünsche der engsten Angehörigen achten und jetzt nicht mit ihnen deswegen einen Streit beginnen.

 

Im Fall, dass man nicht mit der Leiche allein sein kann, kann man Folgendes tun: Geht an einen ruhigen Ort, vielleicht euren Meditationsraum. Ihr könnt dort eine Kerze anzünden, ihr könnt dort vielleicht ein Räucherstäbchen anzünden, wenn ihr das wollt. Stellt ein Foto des Verstorbenen auf. Denkt dann an den Verstorbenen. Dann könnt ihr anfangen mit ihm zu sprechen. Auf Bhur Loka gibt es keine Grenze von Raum. Die Seele spürt, „Da denkt jemand an mich. Und dieser jemand denkt vor allem mit liebevollen und nicht mit schmerzerfüllten Gedanken an mich.“ Die Seele wird davon angezogen, kommt dorthin. Dann kann man das gleiche machen, wie ich vorher beschrieben habe, was man bei der Totenwache machen kann: Man kann mit ihm sprechen. Und dann nachher mindestens 108 Mal das Om Tryambakam Mantra oder ein Gebet wiederholen. Ich kenne eine Reihe von Menschen, die gespürt haben, dass ein entfernter Angehöriger gestorben ist, obgleich sie in den letzten paar Jahren nichts zu tun hatten. Erst später haben sie davon gehört. Die Verstorbenen suchen den Angehörigen, der eine lichtvolle Ausstrahlung hat, denn sie wissen, dass sie Licht und Kraft brauchen für die nächste Ebene. So heißt es, wenn einer in der Familie auf den spirituellen Weg geht und regelmäßig meditiert, profitieren alle Verwandten und alle Freunde davon. In der jüdischen Tradition heißt es, dass von einem Gottesfürchtigen sieben Generationen der Familie in die Vergangenheit und die Zukunft profitieren. So haben spirituelle Menschen eine besondere Funktion oder Aufgabe den Verstorbenen im Moment des Todes oder die Tage danach besonders zu helfen. 

In Indien war es üblich, dass nach dem Tod anschließend eine Art Trauerzeit beginnt, die nicht wirklich nur eine Trauerzeit war. Einer der Verwandten, typischerweise der älteste Sohn, machte sich 7 Tage von allen Verpflichtungen frei. Er hatte die Hauptaufgabe, Rituale für den Verstorbenen auszuführen, zu meditieren und ihm oder ihr Licht zu schicken. 
Das ist durchaus empfehlenswert, so dem Verstorbenen diesen letzten Liebesdienst zu erweisen. 
Man sollte nicht zu viel Zeit mit dem Aussuchen des Sarges verbringen und welches Blumengesteck. Versucht die anderen Verwandten sich damit beschäftigen zu lassen. Es lenkt sie etwas ab, was für viele Menschen gut ist. Die Hauptaufgabe eines spirituellen Menschen nach dem Tod eines Angehörigen wäre viel zu meditieren, viel Om Tryambakam oder Gebete für den Toten zu sprechen, Licht zu schicken, um so dem Menschen dort Energie zu geben. Eines müsst ihr dabei wissen, der Verstorbene wird euch dabei auch Energie nehmen. Ich habe das immer wieder erlebt, dass die Zurückgebliebenen, insbesondere die spirituellen, obgleich sie meistens nicht so viel Trauer empfinden, weil sie die Nähe spüren des Verstorbenen, dass sie dann nachher merken, dass sie nachher irgendwie ausgelaugt, ausgesaugt sind und so eine Woche später keine Lust mehr haben zu meditieren, dass sie 2 Stunden länger schlafen wollen, Schokolade essen, Kuchen, mehr Süßigkeiten essen wollen. Alles Dinge, die passieren, wenn der Energielevel sinkt. Mein Ratschlag ist, dass man dann erstens erkennt, dass dem so ist, zweitens tatsächlich mehr schläft als vorher und drittens aber mit Unterscheidungskraft mehr meditiert und insbesondere Pranayama übt. Die ersten Tage nach dem Tod ist jetzt nicht das Pranayama wichtig, sondern da ist Meditation, Mantrasingen, Licht, Gedanken und Gespräche wichtig. Wenn so 3-7 Tage vorbei sind ist das Pranayama, die Atemübungen das, was einen wieder auflädt, besonders wichtig. Man sollte nicht geizig mit seinen Energien sein, sondern sie freimütig dem Verstorbenen schicken. Diesen Dienst, seine eigene Energie dem Verstorbenen noch zur Verfügung zu stellen, den kann man ruhig machen. Als Yoga Schüler kennt man ja Praktiken von Yoga und Meditation, um sich wieder aufzuladen. 
Wenn der Verstorbene selbst ein spiritueller Mensch war, kann man auch die entgegengesetzte Erfahrung machen: Man fühlt sich aufgeladen, beschwingt, fröhlich, die Meditation bekommt eine neue Tiefe. Der Verstorbene versucht, einen vom Normalbewusstseinszustand in eine höhere Ebene des Bewusstseins zu ziehen. Wenn man sich dabei so in Liebe geborgen fühlt, muss man nur aufpassen, dass man in Gegenwart anderer ein ernstes Gesicht macht. Andere Hinterbliebene, die nicht so offen für die Liebesenergie des Verstorbenen sind, fühlen sich gekränkt und gestört, wenn ein naher Angehöriger ein Gesicht voll von Freude hat. 

Oftmals heißt es von großen Yoga Meistern, dass sie, wenn sie ihren physischen Körper verlassen haben, nochmals ihren Schülern erscheinen. Das ist z.B. einer der Grunde, warum in Indien das Christentum keine übermäßigen Konvertiten hat. Wenn die Missionare den Leuten erzählt haben, Jesus sei seinen Jüngern nach drei Tagen erschienen, da haben diese geantwortet: „Gut, das hat Krishna auch gemacht und der Ramkrishna hat es auch gemacht, genauso wie der Vishvamitra oder der Vasistha.“ In Indien ist es eine Tradition, dass der Meister, wenn er die physische Ebene verlässt seinen Schülern nochmals erscheint. Deswegen hatten die Inder auch kein Problem damit Jesus einfach in den großen Kreis der Heiligen und Weisen einzureihen. Sie glaubten wirklich daran, dass er aufgrund seines Verhaltens entweder Inkarnation, Avatar oder ein selbstverwirklichter Meister war, was zur Folge hatte, dass niemand konvertierte. Wenn man allerdings nicht selbstverwirklicht ist, sollte man sich möglichst schnell darum bemühen in höhere Ebenen aufzusteigen. Es ist dann nicht so gut auf der physischen Eben zu erscheinen. Gerade denjenigen, die am meisten trauern, fällt es am schwersten sich zu zeigen, denn ihr Astralkörper ist ja so eingeschrumpft, und sie sind so traurig, so dass keine Offenheit für irgendetwas mehr besteht. Sie wollen sich zwar sichtbar machen, sie wünschen es sich, sie beten dafür, aber die Trauer zieht sie zusammen.

 

Aus dem unveröffentlichtem Buch "Reinkarnation und Karma" von Sukadev Bretz

Informationen über Yoga und die Ausbildung zum Yoga-Lehrer erhalten Sie hier.


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