Infos und Neuigkeiten zu Yoga, Meditation, Ayurveda und Spiritualität. Artikel von Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya
In manchen Fällen ist es so, dass man nicht allein mit dem Verstorbenen sein kann. Man sollte da durchaus die Wünsche der engsten Angehörigen achten und jetzt nicht mit ihnen deswegen einen Streit beginnen.
Im Fall, dass man nicht mit der Leiche allein sein kann, kann man Folgendes tun: Geht an einen ruhigen Ort, vielleicht euren Meditationsraum. Ihr könnt dort eine Kerze anzünden, ihr könnt dort vielleicht ein Räucherstäbchen anzünden, wenn ihr das wollt. Stellt ein Foto des Verstorbenen auf. Denkt dann an den Verstorbenen. Dann könnt ihr anfangen mit ihm zu sprechen. Auf Bhur Loka gibt es keine Grenze von Raum. Die Seele spürt, „Da denkt jemand an mich. Und dieser jemand denkt vor allem mit liebevollen und nicht mit schmerzerfüllten Gedanken an mich.“ Die Seele wird davon angezogen, kommt dorthin. Dann kann man das gleiche machen, wie ich vorher beschrieben habe, was man bei der Totenwache machen kann: Man kann mit ihm sprechen. Und dann nachher mindestens 108 Mal das Om Tryambakam Mantra oder ein Gebet wiederholen. Ich kenne eine Reihe von Menschen, die gespürt haben, dass ein entfernter Angehöriger gestorben ist, obgleich sie in den letzten paar Jahren nichts zu tun hatten. Erst später haben sie davon gehört. Die Verstorbenen suchen den Angehörigen, der eine lichtvolle Ausstrahlung hat, denn sie wissen, dass sie Licht und Kraft brauchen für die nächste Ebene. So heißt es, wenn einer in der Familie auf den spirituellen Weg geht und regelmäßig meditiert, profitieren alle Verwandten und alle Freunde davon. In der jüdischen Tradition heißt es, dass von einem Gottesfürchtigen sieben Generationen der Familie in die Vergangenheit und die Zukunft profitieren. So haben spirituelle Menschen eine besondere Funktion oder Aufgabe den Verstorbenen im Moment des Todes oder die Tage danach besonders zu helfen.
Oftmals heißt es von großen Yoga Meistern, dass sie, wenn sie ihren physischen Körper verlassen haben, nochmals ihren Schülern erscheinen. Das ist z.B. einer der Grunde, warum in Indien das Christentum keine übermäßigen Konvertiten hat. Wenn die Missionare den Leuten erzählt haben, Jesus sei seinen Jüngern nach drei Tagen erschienen, da haben diese geantwortet: „Gut, das hat Krishna auch gemacht und der Ramkrishna hat es auch gemacht, genauso wie der Vishvamitra oder der Vasistha.“ In Indien ist es eine Tradition, dass der Meister, wenn er die physische Ebene verlässt seinen Schülern nochmals erscheint. Deswegen hatten die Inder auch kein Problem damit Jesus einfach in den großen Kreis der Heiligen und Weisen einzureihen. Sie glaubten wirklich daran, dass er aufgrund seines Verhaltens entweder Inkarnation, Avatar oder ein selbstverwirklichter Meister war, was zur Folge hatte, dass niemand konvertierte. Wenn man allerdings nicht selbstverwirklicht ist, sollte man sich möglichst schnell darum bemühen in höhere Ebenen aufzusteigen. Es ist dann nicht so gut auf der physischen Eben zu erscheinen. Gerade denjenigen, die am meisten trauern, fällt es am schwersten sich zu zeigen, denn ihr Astralkörper ist ja so eingeschrumpft, und sie sind so traurig, so dass keine Offenheit für irgendetwas mehr besteht. Sie wollen sich zwar sichtbar machen, sie wünschen es sich, sie beten dafür, aber die Trauer zieht sie zusammen.
Aus dem unveröffentlichtem Buch "Reinkarnation und Karma" von Sukadev Bretz
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