Zur Versöhnung verhelfen: Es ist hilfreich zu fragen: „Gibt es jemanden, mit dem du dich gerne noch versöhnen willst, bevor du diese Erdebene verlässt?“ Wenn es möglich ist, kann man versuchen, den Betreffenden ausfindig zu machen und ein letztes Treffen zu arrangieren. Fast alle Menschen sind bereit, sich mit einem Sterbenden wieder zu versöhnen. Eventuell kann man mindestens zusammen beten, und der Sterbende kann im Gebet um Vergebung bitten oder dem anderen vergeben.
Alles Gott anvertrauen: Dann gilt es Abschied zu nehmen, alles Gott anzuvertrauen. Dazu kann man dem Sterbenden verhelfen, dazu kann auch wieder ein Pfarrer oder spiritueller Mensch oder jemand der Yoga oder Meditation übt helfen.
Zu spirituellen Praktiken ermutigen: Gebet, Meditation, spirituelle Yoga Praktiken, Lesen in Heiligen Schriften, Hören spiritueller Lieder, all das ist in den Tagen, Wochen und Monaten vor dem Tod wichtiger denn je und wichtiger als alles andere. Man wird oft erstaunt sein, wie viele Menschen für die eine oder andere spirituelle Praxis offen sind, wenn man sie freundlich und einfühlsam fragt und anleitet. Eventuell kann man auch seine eigenen spirituellen Praktiken an das Krankenbett verlegen. Eventuell kann man mit dem Sterbenden zusammen beten. Eventuell kann man sich bemühen, nochmals einen Kirchgang oder einen Besuch in einem Ashram zu arrangieren.
Nicht zu lange warten – als kleine Bemerkung am Rande: Wer jemanden hat, der einem wertvoll ist und der vielleicht ein gewisses Alter hat, der sollte sich die Zeit nehmen, mit ihm oder ihr tiefer zu sprechen. Irgendwann kann es zu spät sein. Man sollte nicht warten, bis der alternde Mensch einen großen Teil seiner geistigen Fähigkeiten verloren hat. Es hilft sowohl dem Sterbenden als auch den Hinterbliebenen, wenn man das Gefühl hat, dass nichts versäumt wurde. Dann fällt das Loslassen viel leichter.
Auszug aus dem unveröffentlichten Buch "Karma und Reinkarnation" von Sukadev Bretz
Hinweise zur Ausbildung zum Yogaleherer finden Sie
hier.