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Infos und Neuigkeiten zu Yoga, Meditation, Ayurveda und Spiritualität. Artikel von Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya

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Indizien für den Reinkarnationsgedanken

Warum glaubt ein Großteil der Menschen auf der ganzen Welt an Reinkarnation? Dafür gibt es verschiedene Gründe: zum einen philosophische und intellektuelle Gründe, zum anderen gibt es auch tatsächlich einige Indizien, die zeigen, dass Reinkarnation mehr als nur blinder Glaube ist. Für die meisten Menschen ist Reinkarnation eine sinnstiftende, befriedigende, aktivierende und auch tröstliche Vorstellung. Die Reinkarnationslehre sagt,

 

dass alles einen Sinn hat und nichts zufällig geschieht,

das alles seine Ursache im Karma hat,

dass es so doch eine gewisse Gerechtigkeit gibt,

dass wir das, was wir in diesem Leben nicht schaffen, im nächsten Leben eventuell schaffen können,

dass die Welt eine Schule ist, wo man Lektionen lernen kann und Zeit und Gelegenheit hat, diese Lektionen irgendwann wirklich zu lernen.

 

Daneben gibt es aber eben auch einige Indizien, die Parapsychologen, die psychologische Forschung und die medizinische Forschung in den letzten Jahrzehnten immer mehr erforscht und das Wissen darüber weiter vertieft haben.

Diese Indizien, die darauf hindeuten, dass die Reinkarnationslehre mehr als nur ein Glauben ist, möchte ich im Folgenden kurz auflisten und im Anschluss näher erläutern.

Erinnerungen an frühere Leben im Normalbewusstsein: Es gibt Kinder, die sich an frühere Leben erinnern. Der amerikanische Forscher Ian Stevenson von der University of Virginia hat zahllose Fälle dokumentiert, in denen gezeigt werden konnte, dass die Person, an die sich die Kinder als früheres Leben erinnern konnten, tatsächlich existierten.

Rückführungen: In so genannten Rückführungen können Menschen von Reinkarnationstherapeuten in tatsächliche oder vermeintliche frühere Leben geführt werden.

Nahtoderfahrungen: Seit Raymond Moody sind die so genannten Nahtoderfahrungen vielfältigst untersucht. Diese legen die Vermutung nahe, dass Bewusstsein und Wahrnehmung ohne Gehirn und Sinne möglich ist.

Channelmedien:  Manche Menschen können verifizierbare Dinge über Verstorbene erzählen, die sie nie gekannt haben

Außerkörperliche Erfahrungen: Viele Menschen machen in Tiefenentspannung, Meditation, Narkose, Koma oder geänderten Bewusstseinsstufen die Erfahrung, ihren Körper zu verlassen. Manche können anschließend beschreiben, was in einem Nachbarraum sich befindet. Manche haben das Gefühl, feinstofflichen Wesen zu begegnen.

Deja-Vu-Erlebnisse: Manche Menschen erscheinen einem auf den ersten Blick sehr vertraut, und es ist sofort eine enge Verbindung da. Das könnte darauf hindeuten, dass man diese aus einem früheren Leben kennt.

Geniebegabungen können durch frühere Leben gut erklärt werden

 

Aussagen von Menschen, die sich in Hypnose an frühere Leben erinnern, liefern wohl die stärksten Indizien für Reinkarnation. Zu allen Zeiten in allen Kulturen erinnern sich Menschen an frühere Leben (oder das, was sie dafür halten). Swami Sivananda beschreibt in seinen Büchern mehrere Fälle von Kindern, die sich an frühere Leben erinnert haben und in Indien in der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts großes Aufsehen erregt haben. Insbesondere erwähnt er den Fall der am 12. Oktober 1926 in Delhi geborene Shanti Devi. Diese erzählte ab dem 3. oder 4. Lebensjahr Erinnerungen an ein Vorleben im Madhura in Uttar Pradesh. Sie konnte ihren Namen und den ihres damaligen Gatten wiedergeben und hatte ungewöhnliche Kenntnisse des lokalen Dialekts von Madhura. 1935 erkannte sie ihren früheren Mann aus dem vorigen Leben wieder und erkannte bei einem von einer Untersuchungskommission begleiteten Besuch eine Reihe von Personen und Örtlichkeiten wieder.

Ich möchte hier exemplarisch die Forschungsarbeit eines Wissenschaftlers herausgreifen, der solche Fälle untersucht hat: Ian Stevenson (1918-2007), ein amerikanischer Psychologie-Professor (University of Virginia), hat sich in der gesamten 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts, also 50 Jahre lang, mit der wissenschaftlichen Erforschung von Reinkarnation beschäftigt. Sein Forschungsschwerpunkt war die Dokumentation von Aussagen von Kindern, die angaben, sich an ein vergangenes Leben erinnern zu können, und die das Leben eines kurz vor der Geburt des Kindes verstorbenen Menschen sehr genau beschrieben. Er dokumentierte mit seinem Forschungsteam insgesamt 3000 Fälle. Seine bekannten Bücher heißen auf englisch „Twenty Cases suggestive of Reincarnation“ (1966; Deutsch: „Reinkarnation“) und „Cases of the Reincarnation Type“ (eine ganze Buchreihe). Stevenson hat seine Bücher für ein wissenschaftliches Publikum geschrieben. Die Bücher sind daher stellenweise nicht ganz so einfach zu lesen. Ich empfehle jedoch jedem, der sich mit der Frage des Todes auseinandersetzt, das Lesen mindestens eines der Bücher von Ian Stevenson. Ich möchte hier einen Fall nacherzählen, den Ian Stevenson auf einem Vortrag bei einem Reinkarnationssymposium (Nassau, Bahamas, 1986) beschrieben hat, und der aus einem seiner englischen Bücher stammt: Es ist der Fall eines algerischen Mädchens, welches recht früh mit dem Sprechen anfing. Es sprach immer wieder davon, es müsse zu seinem Mann zurück und seine Kinder versorgen. Es sprach in einem anderen Dialekt als dem des Dorfes. Eines Tages kam eine Fremde in das Dorf. Als das Kind sie sah, rief es: „Das ist meine Nachbarin“ und wollte zu ihr hin laufen. Die Eltern hielten es jedoch zurück. Ian Stevenson hatte irgendwie von dieser Geschichte erfahren, flog dorthin und sprach mit dem Kind. Er fragte nach allen möglichen Einzelheiten: wie das Haus aussieht, in dem sie gelebt hat, wie die Kinder heißen, wie der Mann aussieht. Das Kind beschreibt alles sehr detailliert und erwähnt sogar eine Ecke, in der sie Goldmünzen in der Erde vergraben hatte als letzten Notgroschen. Ein Dorfbewohner konnte sich daran erinnern, aus welchem Ort die Fremde stammte, die das Kind als seine Nachbarin bezeichnet hatte. Ian Stevenson fuhr mit dem Kind in diesen Ort. Dort fanden sie tatsächlich ein Haus, das genau so aussah, wie das Kind es beschrieben hatte. Der Ehemann und die Kinder lebten dort und sie fanden auch die vergrabenen Goldmünzen. Das Mädchen hatte sogar einen großen Teil der Namen der Familienmitglieder und der Bewohner dieses Dorfes korrekt wiedergegeben. Ian Stevenson und sein Forschungsteam von seinem Lehrstuhl an der University of Virginia haben so über 3000 Fälle dokumentiert, die „suggestive for reincarnation“ sind. Interessant ist auch, dass viele Kinder, die mit einem Muttermal geboren wurden, angaben, durch einen Unfall gestorben zu sein, der genau dort Verletzungen zufügt, wo im jetzigen Leben die Muttermale waren. Charaktereigenschaften, Phobien, Sprechgewohnheiten und religiöse Einstellungen der Person im jetzigen leben ähneln oft in verblüffender Weise der Person im vorigen Leben. Nicht selten spiegeln die Spielgewohnheiten der Kinder den Beruf dessen wieder, der sie im vorigen Leben gewesen sein wollen.

Ian Stevenson hat in seinen Büchern, wie es sich für einen Wissenschaftler gehört, nie behauptet, dass dies „Beweise“ für Reinkarnation seien. In privaten Gesprächen machte er jedoch keinen Hehl daraus, dass er selbst von Reinkarnation überzeugt war.

Die Vielzahl der dokumentierten Fälle zusammen mit der Verifizierung der beschriebenen vorigen Leben legen Reinkarnation mindestens nahe. Wissenschaftlich ausgedrückt: Reinkarnation ist die naheliegendste Hypothese für die Erklärung dieser Forschungen.

Ich will jedoch eine andere Erklärungsmöglichkeit nicht verhehlen: Man könnte auch sagen, dass manche Menschen die Fähigkeit haben, sich über die Grenzen von Zeit und Raum in frühere Menschen hineinzuversetzen, ohne tatsächlich die Reinkarnation dieser Menschen zu sein. Allerdings bedarf auch diese Erklärung einer Hypothese, die über ein materialistisches Weltbild hinausgeht.

 

Seit den 70er Jahren hat sich die Reinkarnationstherapie als alternative Methode etabliert, um besser mit psychischen und körperlichen Problemen umzugehen bzw. sie zu heilen.

Reinkarnationstherapie ist eine Weiterentwicklung der Regressionstherapie aus der Hypnose. Bekannt ist, dass Menschen unter Hypnose sich besser an frühere Ereignisse und auch an die Kindheit erinnern können als im Wachbewusstsein. Menschen unter Hypnose können sogar wieder in derselben Kinderschrift schreiben wie früher. Manche Menschen erinnern sich unter Hypnose an Krankheiten als Baby und auch an Geburtskomplikationen, die ihnen nie erzählt worden waren.

Bei der Reinkarnationstherapie wird diese Rückführung bis vor die Geburt weitergeführt. Der Therapeut hilft dem Klienten, in eine Art Trance zu gehen und bittet ihn, in der Zeit soweit zurückzugehen, bis er auf ein Ereignis vor der Geburt stößt.

Heutzutage bestehen die meisten Reinkarnationstherapeuten darauf, dass der Klient sich die ganze Zeit voll bewusst sein soll. Der sogenannte Trance-Zustand ist dabei ein entspannter, bewusster Zustand mit verstärkten Alpha-Wellen im Gehirn, reduziertem Hautwiederstand, eben das, was man im Yoga „Tiefenentspannung“ nennt und was auch in der modernen medizinischen Hypnotherapie angewendet wird. Wie der Klient weiter in vergangene Leben geführt wird, ist von Therapeut zu Therapeut unterschiedlich.

Patanjali beschreibt im Yoga-Sutra III 18 eine Methode, sich an frühere Leben zu erinnern: „Durch die direkte Erfahrung von Samskaras (Eindrücken im Unterbewusstsein) erlangt man Wissen um die vorige Geburt“.

Samskaras sind Eindrücke im Unterbewusstsein. Dazu gehören Neigungen, Talente, Wünsche, Fähigkeiten, Ängste. Manche unserer Wünsche, Talente und Ängste können aus diesem Leben erklärt werden. Wer zum Beispiel als Kind von einem Hund gebissen wurde, hat eine nachvollziehbare Erklärung für Ängste vor Hunden. Wessen Eltern beide Musiker sind, wird sich nicht fragen, woher seine besondere musikalische Begabung stammt. Interessant ist es, wenn man Phobien hat, die in diesem Leben keine Erklärung haben (z.B. Angst, über Brücken zu gehen, Klaustrophobie oder Angst vor Schlangen), außergewöhnliche, in der Familie nicht sonst vorkommende Talente, oder eine Vertrautheit mit einem bestimmten Kulturkreis. Wenn es einem gelingt, sich in einen entspannten Zustand zu versetzen, und dann den Geist entspannt und erwartungslos ganz mit dem Inhalt und auch der Emotion dieser Samskara zu erfüllen, kann es passieren, dass Bilder aus früheren Leben hochkommen. Wenn man das angstfrei weiter geschehen lässt, können diese Bilder recht klar werden. Manche Reinkarnationstherapeuten arbeiten mit einer an dieses Modell angelehnte Technik, manche mit anderen.

Ich möchte aber hier aber auch zu Vorsicht gemahnen. Man sollte sich zwei kritische Fragen stellen, bevor man allein oder zusammen mit einem Reinkarnationstherapeuten versucht in frühere Leben zu gehen:

Ist es überhaupt wünschenswert und hilfreich, in frühere Leben zu gehen?

Ist das, woran man sich erinnert, überhaupt ein früheres Leben, oder ein Phantasieprodukt des Geistes?

 

Ist es überhaupt wünschenswert, in frühere Leben zu gehen? Mein Meister Swami Vishnu-devananda hat, ähnlich wie die meisten mir bekannten Yoga-Meister, diese Frage verneint. Es gibt gute Gründe, weshalb bei der Geburt ein Gedächtnisschwund einsetzt. So können wir vorurteilsfreier mit den Menschen um uns herum umgehen. Wenn man in einer Rückführung erfährt, dass der jetzige Chef im letzten Leben der fremdgegangene Ehemann, im vorletzten Leben der prügelnde Vater und im vorvorletzten Leben die Geliebte war, wird man diesem Chef künftig ganz anders begegnen und vielleicht nicht die Lektionen lernen, die für dieses Leben vorgesehen sind. Oder wenn man erfährt, dass die Tochter im früheren Leben die ältere Schwester gewesen ist, wird man sie vielleicht nicht mehr mit einer kindgemäßen Liebe, Offenheit und Neugier behandeln. So kann das vermeintliche oder echte Wissen über Begegnungen in früheren Leben den Umgang mit Menschen stark beeinflussen, das Leben verkomplizieren, und zu neuen Vorurteilen führen. Außerdem kann die starke Beschäftigung mit der Vergangenheit und mit der Aufarbeitung des Vergangenen einem die Zeit und die geistige Energie für das gegenwärtige Erleben und Erfahren unfähig machen. Das ist ja schon jetzt das Problem bei manchen Psychotherapierichtungen. Manche Menschen verbringen viele Jahre oder gar Jahrzehnte ihres Lebens, sich mit Problemen aus den ersten Kindheitsjahren zu beschäftigen und vergessen darüber ihr eigentliches Leben, nämlich die Gegenwart. Ähnlich kann ein übermäßiges Beschäftigen mit früheren Leben das Erleben der Gegenwart vergessen lassen.

Ein weiteres Argument dagegen, in frühere Leben zurückzugehen ist Folgendes: Viele Menschen gehen in frühere Leben, um zur vermeintlichen „Ursache“ ihrer jetzigen Probleme zu kommen. Nehmen wir an, jemand hat in diesem Leben Probleme mit seinem Vater. Nehmen wir auch an, er erfährt in einer Rückführung, dass er in einem früheren Leben von seinem Vater geprügelt wurde. Da läge die Interpretation nahe, dass seine Vaterprobleme in diesem Leben die Ursache darin haben, dass sein Vater im vorigen Leben ihn geprügelt hatte. Vielleicht ist die Sache ganz anders: Vielleicht hat der Mensch seit mehreren Leben die Aufgabe, an seiner Vaterbeziehung zu arbeiten, und er wird solange Probleme mit seinem Vater haben, bis er diese Lektion gelernt hat. Da hat das Probleme keine Ursache in einem Fehlverhalten irgendeines Vaters, sondern es liegt einfach eine Lernaufgabe vor, an der niemand schuld ist.

Ist das, woran man sich erinnert, überhaupt ein früheres Leben, oder ein Phantasieprodukt des Geistes? Der menschliche Geist ist sehr kreativ. Jede Nacht träumt der Durchschnittsmensch mehrere Male. Oft baut er sich im Traum ein eigenes Leben auf. Viele Menschen haben Tagträume, wer sie in der Zukunft sein wollen. Gedächtnisforschung hat gezeigt, dass Erinnerung stark beeinflusst werden kann durch einen Fragenden. Viele Geständnisse sind entstanden durch manipulative Befragungen. Manche Menschen glauben schließlich selbst daran, eine Tat begangen zu haben, an der sie unschuldig sind, und erinnern sich sogar an Teile davon. Wenn man also in einem Entspannungszustand Bilder hat, müssen sie nicht aus früheren Leben stammen. Es können, ähnlich wie in griechischen Tragödien, in Märchen und Mythen, phantasievolle Verkörperungen von Anteilen in der Psyche sein.

Diese kreative Fähigkeit des menschlichen Geistes wird ja auch in Therapierichtungen wie „Psychodrama“, und Techniken wie „innere Familienkonferenz“ genutzt.

Wenn man etwas sicherer sein will, ob das „Erinnerte“ tatsächlich ein Indiz für ein Vorleben ist, müssen die Erinnerungen konkret genug sein, damit sie nachprüfbar sind. Wer zum Beispiel in Hypnose in einer Sprache oder einem Dialekt spricht, den er vorher nie gehört hatte, oder wer sich an Namen, Jahreszahlen und Ereignisse erinnern kann, die man nachprüfen kann, kann diesen Erinnerungen einen höheren Stellenwert zuweisen, als wenn er nur sehr diffuse Bilder hat oder sich erinnert ein ganz bekannter Mensch zu sein. Mir selbst haben z.B. etwa ein halbes Dutzend Menschen versichert, sie hätten sich in einer Rückführung als Wolfgang Amadeus Mozart gesehen.

Wer also Rückführungen macht, könnte seinen Therapeuten darum bitten, ihm in der Trance konkrete Namen, Orten und Jahreszahlen zu entlocken. Anhand der Aufzeichnungen in Standesämtern und Kirchenregistern kann man diese Angaben anschließend prüfen.

Verantwortungsvolle Reinkarnationstherapeuten sind sich sehr bewusst, dass erinnerte Bilder oft nicht aus früheren Leben stammen. Sie sagen, dass man aber trotzdem damit arbeiten kann. Sie sagen, innere Bilder geben immer wertvolle Informationen, mit denen man arbeiten kann. Wenn jemand unterbewusst meint, ein bestimmtes früheres Leben gehabt zu haben, sagt das viel über den Menschen aus. Und wenn er seine gegenwärtigen Probleme auf bestimmte Weise in einem früheren Leben repräsentiert sieht, gibt dies Hinweise, wie der Mensch diese Probleme angehen kann.

Ich selbst habe mal an einer kollektiven Rückführung im Rahmen des „Reinkarnations-Symposiums“ 1986 teilgenommen, welches Swami Vishnu-devananda organisieren lassen hat. An diesem Kongress nahmen Ian Stevenson, Raymond Moody und die bekanntesten amerikanischen Reinkarnationstherapeuten teil. Eine Referentin hat dabei einen Workshop mit Gruppenrückführung angeleitet. Sie ließ uns auf den Rücken legen und führte uns in eine Entspannung. Dann leitete sie uns zu verschiedenen Visualisierungsübungen an. Schließlich sollten wir uns vorstellen, auf eine Wolke zu gehen, und mit der Wolke in die Vergangenheit zu reisen. Von dort sollten wir dann immer wieder herunter schauen, bis wir Bilder aus einem früheren Leben kämen. Ich habe gesehen, wie ich irgendwo in den Eukalyptuswäldern Australiens war und von Koalabären umgeben war. Dann kamen plötzlich irgendwelche Piraten, die die Koalabären jagen wollten. Ich habe versucht die Koalabären zu beschützen und bin dabei erschossen worden. Mir kam es nicht vor wie die Erinnerung an ein früheres Leben. Als Kind hatte ich von Koala-Bären gelesen und auch Abenteuergeschichten über Piraten. Das muss ich in der Trance-Entspannung miteinander verknüpft haben. Aus Meditationen habe ich sehr viel klarere Erinnerungen an andere Leben und meine, eine solche australische Inkarnation für unwahrscheinlich halten zu können. Nach dem Workshop habe ich daher mit der Reinkarnations-Therapeutin gesprochen und habe sie gefragt: „Meinen Sie, dass das wirklich ein früheres Leben war?“ Sie sagte, dass sie das nicht wüsste. Und sie meinte, es wäre für den therapeutischen Zweck überflüssig, ob es tatsächlich ein früheres Leben wäre oder nicht. Mit dem Material könne man in jedem Fall arbeiten. Sie würde z.B. aus dem von mir Gesehenen schließen, dass ich eine Tendenz hätte mich aufzuopfern für andere, andere beschützen wolle und bereit wäre, dafür auch zu sterben. Wenn eine solche Neigung für mich ein Problem wäre, könne man damit arbeiten. Wenn das kein Problem wäre, könne ich mich für meinen Altruismus glücklich schätzen.

Meine persönliche Meinung zur Frage der Rückführung ist wie folgt: Normalerweise ist eine Rückführung nicht hilfreich. Wenn jemand sich weitgehender psychischer Gesundheit erfreut, sollte man nicht aus Neugier versuchen, in frühere Leben zu gehen. Wenn man aber gute Gründe hat, psychotherapeutische Hilfe zu suchen, und die anerkannteren Verfahren wenig erfolgreich waren, kann man vielleicht über Rückführungen dazu kommen, sein jetziges Leben besser und glücklicher zu leben. Ansonsten kommen Erinnerungen an frühere Leben in der Meditation von selbst, wenn der Zeitpunkt dafür gekommen ist.

In den Siebziger Jahren machte ein Buch von Raymond Moody „Leben nach dem Tod“ viel von sich reden. Seitdem haben sich viele Menschen mit sogenannten „Nahtoderfahrungen“ beschäftigt.

Raymond Moody (*1944) war forensischer Psychiater und später Professor an mehreren amerikanischen Universitäten. Seit Anfang der Siebziger Jahre erforscht und dokumentiert er Fälle von Menschen, die klinisch Tod waren, wiederbelebt wurden und sich an Geschehnisse in dieser Zeit erinnerten. Klinischer Tod ist charakterisiert durch

Völliger Kreislaufstillstand (Fehlen von Puls, Herzaktion und Atmung)

Maximale Pupillenerweiterung

Zyanotische Verfärbung von Haut u. Schleimhäuten

Aufhebung jeder Großhirnaktivität

Ein klinisch Toter kann einige Minuten durch verschiedene Reanimationsmaßnahmen wiederbelebt werden. Durch Unterkühlung (Hypothermie) kann das Zeitfenster für Wiederbelebung erhöht werden. Zu den Reanimationsmaßnahmen können Beatmung, Herzmassage, Defibrillation, Intubation, Gabe von Medikamenten und anderes gehören.

Wegen der Aufhebung der Großhirnaktivität haben die meisten Menschen keine Erinnerung an das Geschehen. Eigenartigerweise gibt es eine Reihe von Patienten, die klinisch tot waren, wiederbelebt wurden, und von besonderen Erlebnissen berichteten. Diese Erlebnisse werden seit Raymond Moody als „Nahtoderfahrungen“ (engl. Near-Death-Experiences) bezeichnet.

Typische Elemente einer Nahtoderfahrung sind:

Das Hören von meist wunderschönen Klängen

Das Gefühl von Frieden und Schmerzlosigkeit

Die Erfahrung, seinen Körper zu verlassen („Out-of-Body-Experience“)

Erfahrung, seinen Körper von oben zu sehen („Autoskopie“), Rettungshelfer, Ärzte und Hinterbliebene zu sehen und zu hören (und anschließend deren Gespräche korrekt wiedergeben zu können)

Das Gefühl, durch einen Tunnel zu reisen

Das Gefühl, in himmlische Gefilde zu kommen

Sehen von anderen, oft tote Verwandthe

Treffen von spirituellen Führern, Engelswesen

Erfahrung von Gottesnähe

Schnelldurchgang durch das Leben mit Erkennen der wichtigen Lektionen dieses Lebens

Unwilligkeit ins Leben zurückzukehren

 Ich will hier einen Fall wiedergeben, wie ihn mir eine Seminarteilnehmerin mal erzählt hat. „Ich hatte einen schweren Autounfall. Ich kam von der Straße ab. Mein Auto fuhr direkt auf einen Baum zu. Dann fehlt mir einen Moment die Erinnerung. Ich sah mich dann oberhalb des Autos, sah einen Rettungswagen mit blinkendem Blaulicht. Ich hörte wunderbare Musik, die ich nur als Sphärenmusik bezeichnen kann. Ich sah oberhalb von mir einen weißen Tunnel, aus dem Lichtwesen zu mir kamen. Eines davon sagte mir in der Stimme meiner verstorbenen Großmutter: „Komm“. Ich trat ein in diesen Tunnel. Dann wurde ich zum Zuschauer meines ganzen Lebens, welches wie ein Film im Schnellverfahren vor mir ablief. Ich konnte erkennen, wie alle Ereignisse meines Lebens zusammen einen tiefen Sinn ergaben. Dann sah ich wieder meine Großmutter. Sie lächelte mir zu und sagte: „Deine Zeit ist noch nicht gekommen. Gehe liebevoll mit dir und anderen um. Liebe ist das Wichtigste im Leben“. Dann wurde ich den Tunnel nach unten gezogen, und es wurde kälter. Ich sah, welche Instrumente die Rettungshelfer nutzten, um mich wiederzubeleben und überhörte einige Bemerkungen. Dann wurde ich in meinen Körper ganz zurückgezogen, verlor das Bewusstsein und wachte im Krankenhaus voller Schmerzen auf. Die Ärzte waren sehr erstaunt, wie genau ich einen Teil der Wiederbelebungsmaßnahmen beschrieb, und die Rettungshelfer, die ich später aufsuchte, bestätigten, dass die Gesprächsfetzen, die ich mitbekommen hatte, tatsächlich von ihnen gesprochene Worte wiedergaben. Ich war vorher kein spiritueller Mensch. Diese Erfahrung hat mich stark geprägt und mir gezeigt, was wirklich wichtig ist im Leben“.

In diesem Erfahrungsbericht sind viele typischen Elemente einer Nahtoderfahrung enthalten.

Raymond Moody schildert in seinem Buch „Leben nach dem Tod“, dass die Nahtoderfahrungen von Menschen aus unterschiedlichsten Kulturkreisen sehr ähnlich sind, und dass überzeugte Atheisten/Materialisten sie ähnlich häufig haben wie religiös eingestellte oder esoterisch Vorgeprägte. Moody berichtet, dass die Nahtoderfahrung bei sehr vielen Menschen dauerhafte Veränderungen bewirkte, und zwar stärkere als bei Menschen, die „nur“ klinisch tot waren ohne bewusste Erinnerung an die Zeit des klinischen Todes, und auch stärkere als bei fast jedem anderen intensiven Erleben. Menschen beschreiben, dass sie seit dieser Erfahrung ihre Prioritäten anders gesetzt haben, liebesfähiger wurden, begannen, ein sinnvolleres Leben zu führen.

Raymond Moodys Buch hatte eine sehr große Wirkung und öffnete viele Menschen für die Frage des Überlebens nach dem Tod und die Frage von Bewusstsein jenseits von Hirntätigkeit. So wurden viele Wissenschaftler dazu angeregt, auf diesem Gebiet zu forschen und alternative Erklärungshypothesen zu entwickeln. Viele Erklärungsmodelle behaupten, die Nahtoderfahrung sei auf eine Hirnveränderung zurückzuführen, die auch künstlich durch Einnahme von Medikamenten, Elektrostimulation oder künstlich induzierten Sauerstoffmangel herbeizuführen sei. Dafür, dass einige Wiederbelebte die Gespräche der Ärzte und z.T. auch die Gespräche der Angehörigen im Raum nebenan korrekt wiedergeben konnten, bieten diese Modelle aber keine zufrieden stellende Erklärung. Meist wird das auch in entsprechenden Erklärungsmodellen einfach übergangen und so getan, als ob es das nicht gäbe. Zu einer kontroversen Diskussion regt das von Hubert Knoblauch und Hans-Georg Soeffner herausgegebene Buch „Todesnähe – interdisziplinäre Zugänge zu einem außergewöhnlichen Phänomen, Konstanz 1999“ an.

Als Channel-Medium wird eine Person bezeichnet, die sich in eine Art Trancezustand begibt und durch die nicht-verkörperte Wesenheiten sprechen sollen. Diese nicht-verkörperten Wesenheiten können Verstorbene sein, Geister, Engelswesen, aufgestiegene Meister, der Heilige Geist oder auch Gott selbst. Es gibt es große Gemeinsamkeiten zwischen den Beschreibungen, wie Mohammed den Koran empfangen hat, wie Mose die Stimme Gottes gehört hat, wie die Jünger Jesu an Pfingsten den Heiligen Geist und der Apostel Paulus Jesus erfahren haben, zu den Beschreibungen von Schamanen in Afrika, Sibirien und Australien sowie den Channel-Medien im Westen.

Channel-Medien im weiteren Sinn hat es also in den meisten Kulturen immer gegeben. Man kann sagen, in allen schamanistischen Kulturen waren sie fest verankert. Heute noch sind sie weit verbreitet in Afrika und in Brasilien. In Brasilien sind Aussagen von Channel-Medien sogar teilweise in Gerichtsprozessen verwendbar.

Im Westen gab es mehrere Wellen, in denen Channel-Medien „in Mode“ kamen. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren spiritistisches „Séances“ recht verbreitet. Der Ausdruck „Channeling“  wurde dann seit den 80er Jahren bekannter.

Für unsere Zwecke sind besonders die Fälle von Channeling interessant, indem ein Verstorbener durch ein Trancemedium/Channel-Medium sprechen soll. Hierzu gibt es eine umfangreiche, wenn auch nicht ergebniseindeutige Forschung. Es gibt eine Reihe von Fällen, in denen ein Medium einem Ratsuchenden Dinge sagte, die nur dem Ratsuchenden und dem Verstorbenen bekannt waren. Mir haben das viele Seminarteilnehmer bestätigt, die schon Rat bei Channel-Medien gesucht haben. Ich möchte das hier nicht weiter ausführen. Wer sich da umfassend informieren will, findet dazu im Internet und in der Literatur sehr Vieles.

Ich möchte hier beschreiben, was ich selbst miterlebt habe.

Eine der bekanntesten kanadischen Medien und Hellseherinnen, Marilyn Zwaig-Rossner, war eine Schülerin von Swami Vishnu-devananda. Obgleich Swami Vishnu-devananda sonst nicht so sehr für Besuche bei Medien war, hat er bei Yogalehrer Ausbildungen in Kanada manchmal Marilyn um eine Vorführung gebeten. Ich möchte mal beschreiben, wie das dann vor sich ging. Marilyn hatte lange blonde Haare und immer eine Sonnenbrille auf. Swami Vishnu-devananda stellte sie erst vor. Dann stand Marilyn, die typischerweise vorher mit meditiert hatte auf und erklärte, was sie machen würde. Sie fragte kurz, wer damit einverstanden sein würde, eine Nachricht zu empfangen. Diese Menschen sollten sich weiter nach vorne setzen. Die anderen Menschen sollten eher in die hinteren Reihen gehen. Danach fiel sie in eine Art Halbtrancezustand. Sie war sich immer noch bewusst was sie sagte, veränderte aber den Gesichtsausdruck und sprach plötzlich schneller und höher als vorher. An mehrere ihrer kurzen Nachrichten bei einer solchen Gelegenheit erinnere ich mich und will sie mit ihren eigenen Worten wiedergeben. Marilyn ging zu einer Frau hin und sagte in schnellem Englisch: „Ich sehe über Dir deine Großmutter, und deine Großmutter ist vor sechs Jahren gestoben). Du hast seitdem ein schlechtes Gewissen und es belastet dich sehr, dass du in ihren letzten Tagen nicht zu ihr gekommen bist, obgleich du wusstest, dass es ihr nicht gut ging und sie dich darum gebeten hast, sie zu besuchen. Sie will dir sagen, dass sie dir nicht böse ist, dass du dir darum keine Gedanken mehr machen sollst und beruhigt sein kannst.“ Die Frau brach sofort in Tränen aus. Dann ging Marilyn weiter zu einem Mann und sagte: „Ich sehe über dir deine Frau. Sie ist vor 8 Jahren in einem Autounfall gestorben. Ihr hattet Euch gelobt, dass wenn einer von Euch stirbt, der andere niemals wieder heiraten würde. Du hast jetzt eine neue Freundin und würdest sie gerne heiraten. Deine Frau will dir sagen, es ist ok, sie befreit dich von deinem Versprechen.“ Auch dieser Mann fing sofort an zu schluchzen. So konnte  innerhalb von nur 10 Minuten zehn Menschen solche Sachen so detailliert und so konkret sagen, dass diese dort sofort in Tränen ausbrachen. Ich habe anschließend mit einigen von ihnen gesprochen. Keiner hatte vorher mit Marilyn auch nur ein Wort gewechselt, und auch ansonsten wusste oft niemand von ihrer großen Seelenqual.

Ich werde an anderer Stelle im Buch darauf eingehen, warum es besser ist, normalerweise nicht zu Channel-Medien zu gehen. Als Indiz für ein Leben nach dem Tod können diese Erfahrungen aber gut gelten.

 

Damit Reinkarnation möglich ist, muss es eine Existenz außerhalb des Körpers geben. Bewusstsein muss also auch ohne Gehirn möglich sein. Indizien dafür sind unter anderem auch die sogenannten „Out-of-Body-Experiences (OOB oder OBE abgekürzt)“, auch außerkörperliche Wahrnehmung oder außerkörperliche Erfahrung (AKE) genannt. Die oben erwähnten Nahtoderfahrungen gehören zu den AKE. Außerkörperliche Erfahrungen können aber auch ausgelöst werden durch Narkose, durch Unfälle, beim Einschlafen, durch Alkohol und Drogen, durch Meditation, Tiefenentspannung und durch schamanistische Rituale und Tänze. Es scheint, dass etwa 10% der Menschen schon eine Art AKE Erfahrung hatten (ScienceDaily, Aug. 24, 2007).

In der AKE bekommen Menschen das Gefühl, ihren Körper zu verlassen. Manchmal sehen sie sich in einem Lichtkörper, der über eine Art Nabelschnur mit dem physischen Körper verbunden ist. Manche Menschen können anschließend Dinge beschreiben, die sie aus der Perspektive ihres liegenden Körpers nicht hätten sehen können. Interessant ist, dass es eine Reihe von Menschen gibt, die sich in Vollnarkose befinden und nachher akkurat verschiedene Schritte der Operation beschreiben konnten, obgleich sie vorher von dieser Art der Operation keine Ahnung hatten. Sie sehen Dinge, obgleich der liegende Körper die Augen geschlossen hat. Sie hören Gespräche, obgleich ihr Großhirn keine Reaktionen zeigt. Den Ärzten ist das mittlerweile bekannt. Deshalb wird immer mehr darauf geachtet, welche Unterhaltung während der Operation geführt wird. Der Patient hört mit und selbst wenn der Patient sich nicht daran erinnern kann, wird er dennoch davon beeinflusst. Wenn der Arzt

z. B. während der Operation sagt: „hoffnungsloser Fall“, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Patient stirbt, sehr hoch. Sagt er dagegen „Er hat große Überlebenschancen“, wird der Patient, auch wenn es hoffnungslos ist, eher überleben und wieder genesen.

Wie schon erwähnt, können AKE spontan auch in Unfällen ausgelöst werden. Ich kann mich an einen Skiunfall erinnern, den ich mit ca. zwölf Jahren hatte. Ich fuhr mit meinen Brüdern und meinem Vater einen sehr steilen Hang herunter. Jemand oberhalb von mir stürzte und fiel gegen mich. Wir verhakten uns miteinander und unseren Skiern (die damals üblicherweise mit Riemen an den Füßen angebunden waren), überschlugen uns  immer wieder und rollten so in Purzelbäumen den ganzen Hang hinab. Ziemlich zu Anfang verließ ich meinen phyischen Körper, beobachtete das Ganze, hatte eine Erfahrung, als ob die Zeit stehenblieb, und das Gefühl eines göttlichen Schutzes. Als die beiden Körper unten zum Stillstand kamen, trat ich wieder ein in meinen Körper. Wie durch ein Wunder verletzte sich keiner von uns. Ich hatte noch nicht einmal blaue Flecken.

AKEs können durch Meditation und Tiefenentspannung ausgelöst werden. Unter Yoga Übenden sind sie sogar recht verbreitet. Wenn ich in einem Yogalehrer Weiterbildungsseminar frage, wer schon mal eine AKE hatte, melden sich typischerweise etwa 30% der Teilnehmer. Und fast jeder Yogalehrer kennt Teilnehmer, die darüber berichten, dass sie in der Tiefenentspannung ihren Körper verlassen haben. Das Phänomen tritt unabhängig davon auf, ob die Betreffenden so etwas für möglich halten oder ob sie überhaupt schon mal von so einer Möglichkeit gehört haben. Gerade „materialistisch“ orientierte Menschen reagieren auf eine solche Erfahrung oft etwas verstört, und wenn man als Yogalehrer nicht zu sehr in Details gehen will, antwortet man auf solche Berichte häufig einfach, dass solche Erfahrungen „normal“ seien und einfach ein Zeichen von tiefer Entspannung seien. Einige Teilnehmer berichten aber davon, dass sie während der Tiefenentspannung die anderen Teilnehmer von oben angeschaut haben, teilweise berichten sie sogar davon, was sie im Nachbarraum gesehen haben.

Patanjali beschreibt im Yoga-Sutra (III 43) eine Technik, wie eine solche AKE, auch Astralprojektion genannt, hervorgerufen werden kann: „Durch entspannte Achtsamkeit (Samyama) auf die Verbindung des Körpers mit dem ihn umgebenden Raum (Akasha) ... erhält man die Fähigkeit zur Astralreise (Akashaganana)“

Die Technik geht wie folgt: Man lege sich ganz entspannt hin (oder sitze entspannt in der Meditation). Mittels geeigneter Entspannungstechniken führe man Körper und Geist in einen Zustand tiefer Entspannung. Dann richte man seine Achtsamkeit auf den Raum oberhalb des Körpers. Man versuche mit dem Bewusstsein immer höher über den Körper hinaus zu gehen. Dann spüre man die Verbindung des Körpers mit diesem Raum oberhalb des Körpers. Dann kann es plötzlich geschehen, dass man das Gefühl hat, den Körper ganz zu verlassen, sich in einem Lichtkörper zu befinden. Dann kann man den Körper von oben betrachten oder mittels Achtsamkeitslenkung mit dem Astralkörper dorthin gehen, wohin man denkt. Meine Empfehlung wäre, in diesem Moment zu versuchen, Dinge wahrzunehmen, die man vorher nicht gesehen hat, insbesondere Dinge, die man von einer normalen Perspektive aus nicht sehen konnte. Wenn man nachher diese Wahrnehmung verifiziert, wird man künftig von Zweifeln an außerkörperlichem Sein geheilt sein...

Obgleich Patanjali diese Technik beschreibt, und ich aus eigener Erfahrung und der Erfahrung von Teilnehmern ihre Wirkung bestätigen kann, möchte ich davor warnen, zu häufig auf Astralreise zu gehen. Menschen mit psychischer Instabilität und ungenügender Erdung sollten sich solcher Versuche enthalten. Und auch sonst kann regelmäßige Astralreise ohne die rechten Vorsichtsmaßnahmen durchaus gefährlich sein, wie ich in einem späteren Kapitel über erdgebundene Geister beschreiben werde.

Manche Menschen erscheinen einem auf den ersten Blick sehr vertraut, und es ist sofort eine enge Verbindung da. Manche Perioden in der Geschichte erscheinen einem sehr vertraut, ebenso wie bestimmte Landschaften und Kulturen. Das könnte darauf hindeuten, dass man diese aus einem früheren Leben kennt. Interessant ist, dass Geschwister in der gleichen Familie Interesse an ganz unterschiedlichen Kulturen und Zeitepochen haben. Dieses Interesse kann also nicht so leicht mit genetischer Prädisposition oder Erziehung erklärt werden. Auch starke, rational nicht erklärbare Zu- und Abneigungen können dadurch gut erklärt werden, dass man diese Menschen aus einem früheren Leben schon kennt.

Du kannst dich selbst fragen: Welche Zeitepochen waren mir immer schon besonders vertraut? Was ist mir als Kind sehr leicht gefallen? Wie war meine erste Begegnung mit den Menschen, die mir heute noch sehr wichtig sind und die eine große Rolle in meinem Leben gespielt haben und spielen? Eine Vertrautheit aus früheren Leben ist dabei oft eine sehr einleuchtende Erklärung.

Deja-Vu-Erlebnisse im engeren Sinne können allerdings mit Reinkarnationstheorie im engeren Sinne nicht ganz so leicht erklärt werden: Im engeren Sinne sind Deja-Vu-Erlebnisse solche, wo man bemerkt, dass man schon mal in der genau gleichen Situation war, dass man weiß, was das Gegenüber als nächstes tun wird, was als nächstes geschehen wird, und oft wie ein Zeuge wahrnimmt, wie alles abläuft. Diese Erlebnisse können damit erklärt werden, dass man vielleicht schon in einem Traum in die Zukunft geschaut hat, und daher im Traum dieses Karma schon mal erlebt hat. Oder man kann die Existenz von Paralleluniversen mit einbeziehen, in denen man auch existiert und vorübergehend Zugang zu dem hat, was dort schon passiert ist, und was in dieser Existenz erst in der Zukunft passiert. Nach der Yogalehre ist Zeit letztlich nur ein Konstrukt des menschlichen Geistes. In Wahrheit ist alles jetzt schon da. Wenn also das Bewusstsein vorübergehend die Grenzen der Zeit überwindet, kann es das wahrnehmen, was in der Zukunft geschieht. Auch mehrmalige Inkarnation des Bewusstseins in das gleiche Leben ist denkbar. Diese in der Schrift „Yoga Vasishtha“ thematisierten Gedankengänge will ich hier allerdings nicht weiterverfolgen, so faszinierend sie sein mögen.

Es gibt eine Menge von Fällen, in denen Kinder schon sehr früh außergewöhnliche Talente zeigten. Wunderkinder erregen immer wieder die Aufmerksamkeit von vielen. Mozart z.B. spielte mit drei oder vier Jahren schon wunderschön Klavier, sogar bevor sein ehrgeiziger Vater ihm Unterricht erteilte. Serhij Karjakin wurde mit 11 Jahren Schachgroßmeister. Thomas Hobbes war mit 4 Jahren schon sehr gut in Mathematik, Robert Oppenheimer hatte als Spielzeug am liebsten ein Polarisationsmikroskop. Die Reinkarnationslehre würde sagen: Die betreffenden Kinder hatten es in einem früheren Leben im betreffenden Gebiet zur Meisterschaft gebracht, aber ihre Ambitionen nicht ganz erfüllen können. Im neuen Leben treten diese Ambitionen und Fähigkeiten daher sehr schnell ins Rampenlicht. Die Mehrheit der Kindheitsbegabungen führt übrigens (im Gegensatz zu den oben zitierten Beispielen) nicht zu großem Erfolg auf dem Gebiet. Vielmehr ergreifen viele „Wunderkinder“ später einen anderen Beruf, oder ihre frühe Begabung verliert im Lauf des Lebens an Relevanz. Vom yogischen Standpunkt würde man sagen: Das Karma auf diesem Gebiet war im vorigen Leben weitestgehend abgeschlossen. In diesem Leben musste es nur kurz aktiviert werden, dann kommen andere karmische Aufgaben. Das ist auch ein Grund, weshalb die Yogameister empfehlen, normalerweise nicht zu versuchen, in frühere Leben zurückzugehen. Es kann nämlich sein, dass man auf Begabungen und Fähigkeiten stößt, die karmisch längst abgeschlossen sind. Wenn man dann versucht, diese wiederzubeleben, kann man sich etwas von der eigentlichen karimschen Aufgabe dieses Lebens entfernen.

Wer mehrere Kinder bzw. Geschwister hat, weiß, dass Kinder der gleichen Eltern sehr unterschiedlich sein können: Der eine Bruder ist extravertiert, der andere introvertiert. Der eine ist ein toller Mathematiker aber unmusikalisch, der andere ein vorzüglicher Musiker, kann mit Mathematik nichts anfangen. Mütter erkennen schon, dass jedes ihrer Babys einen unterschiedlichen Charakter hat. Zwar braucht jede Seele einen Körper, und natürlich bestimmen die Gene mit, welche Eigenschaften sich in dieser Inkarnation manifestieren. Dennoch ist Reinkarnation eine gute Erklärung für die vielen merkbaren Unterschiede bei Geschwistern.

Diesen Fall habe ich leider nicht dokumentiert. Wer dokumentierte Fälle sucht, kann z.B. auf das Buch von

Raymond Moody „Leben nach dem Tod“ zurückgreifen


Veröffentlichungen über Reinkaranation, Raja Yoga, Yoga Satsangs

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A
Was man glaubt, ist ja eigentlich egal. Wenn jeder der Meinung ist, dass es nur einen Gott gibt - aber Sprache und Kultur diesen Namen verändern, bleibt es doch der selbe. Ich glaube im übrigen nicht an einen. <br /> <br /> lg Archi
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